Dem Beschwerdeführer ging es unter anderem um die Ein- und Ausfahrt des Kirchwegs Ost in die Aarauerstrasse. Diese Verbindung wird mit dem Bau des Kreisels aufgehoben.

Der Kanton Solothurn plant im Ortszentrum von Obergösgen zwei Kreisel im Abstand von nur etwa 100 Metern: einen bei der Einmündung der Lostorferstrasse in die Oltnerstrasse, den zweiten bei der Einmündung der Schachenstrasse in die Aarauerstrasse. Die Pläne wurden im November 2015 aufgelegt, dagegen reichten direkt Betroffene sieben Einsprachen ein. Vier davon wurden nach Verhandlungen zurückgezogen, die andern drei wies der Regierungsrat im Mai 2016 ab.

Ein Anwohner, der für seinen Betrieb bisher die Ein- und Ausfahrt Kirchweg Ost in die Aarauerstrasse benützt, rief daraufhin mit einer Beschwerde das Verwaltungsgericht an. Dieses führte im November einen Augenschein durch. Im Februar hat das Gericht sein Urteil gefällt: Die Beschwerde wurde vollumfänglich abgewiesen.

Im Urteil fasst das Gericht das Hauptanliegen des Beschwerdeführers so zusammen: «Er befürchtet, dass wegen des nicht so breiten Kirchwegs die Zufahrt zu seinem Hof für Lastwagen und grosse Landwirtschaftsmaschinen erschwert oder sogar verunmöglicht wird.» Gemeint ist damit die Ausfahrt Kirchweg West in die Lostorferstrasse.

Die Richter halten dem entgegen, dass die Ausfahrt aus dem Kirchweg Ost in die Aarauerstrasse schon heute nicht rechtskonform sei, «da die notwendige Sichtweite in Richtung Westen wegen der hohen Stützmauer nicht gegeben ist». Denn auf dem Trottoir sei nicht nur mit Fussgängern, sondern auch «mit fahrzeugähnlichen Geräten und Rollstühlen, die sich schneller fortbewegen» zu rechnen. In der heutigen Form könne diese Ausfahrt nicht weiter toleriert werden, sodass der Hof ohnehin auf die andere Zu- und Wegfahrt via Kirchweg West in die Lostorferstrasse angewiesen sei.

Der Augenschein habe bewiesen, so die Richter, dass die Zufahrt von der Lostorferstrasse selbst mit einem grossen Traktor mit zwei Anhängern noch knapp möglich sei. Das Gericht gibt zu, dass die Zufahrt für einen grossen Lastwagen oder Sattelschlepper mit Anhänger nicht mehr möglich sei. Aber gerade in Dorfkernen sei es halt so, dass nicht jedes Grundstück problemlos mit solchen Fahrzeugen anfahrbar sei.

Die Zufahrt mit einem gewöhnlichen Lastwagen sei dagegen möglich – allerdings nur, wenn auf dem Kirchweg keine Fahrzeuge parkiert seien, wie das bei Beerdigungen vorkomme. Doch diese gebe es in Obergösgen ja nur etwa zwei- bis dreimal pro Monat. Wenn das ein Problem sei, müsse die Gemeinde dort ein Parkverbot prüfen.

Das Verwaltungsgericht lehnte deshalb den Antrag ab, der Kanton müsse auf den Kreiselbau verzichten.

Der Beschwerdeführer könnte dieses Urteil ans Bundesgericht weiterziehen. Auf Anfrage erklärte er jedoch am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung, dass er darauf verzichten werde. Eine zweite Beschwerde von anderen Anwohnern soll dem Vernehmen nach bald mit einem Vergleich beigelegt werden. Damit wäre dann der Weg frei für die Realisierung des Kreisels durch den Kanton.