Trimbach
Bei ihr gibt es Pflege für Haar und Seele

Der Coiffeursalon von Susanna Ursprung in Trimbach besteht seit 40 Jahren – und es sollen noch mehr werden.

Lucien Rahm
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Susanna Ursprung in ihrem Coiffeursalon in Trimbach. Einige Kunden halten ihr seit vier Jahrzehnten die Treue.

Susanna Ursprung in ihrem Coiffeursalon in Trimbach. Einige Kunden halten ihr seit vier Jahrzehnten die Treue.

Bruno Kissling

Über ein Dutzend Geschäfte habe sie im Gebäude nebenan kommen und gehen gesehen. Ihres besteht seit mittlerweile 40 Jahren. 1977 eröffnete Susanna Ursprung ihr Coiffeurgeschäft an der Malzmattstrasse in Trimbach. Etwas, das sie eigentlich gar nie geplant habe, sich damals aber aufgrund günstiger Umstände dann eben ergab, wie sie sagt. Denn eigentlich wäre die damals 24-Jährige lieber noch etwas weiter in der Welt herumgereist.

Nach ihrer beim Oltner Coiffeur Graf absolvierten Lehre bereiste Ursprung diverse Länder und begab sich schliesslich ins Tessin, um dort die italienische Sprache zu erlenen. Als dann der damalige Besitzer des Wohnhauses, in dessen Erdgeschoss sich ihr Haarsalon befindet, Mitte der Siebzigerjahre aus Altersgründen seine Bäckerei schloss, legten ihr Familie und Bekannte nahe, den freigewordenen Raum doch für ein eigenes Coiffeurgeschäft zu nutzen.

Zusatzfunktion «Seelsorgerin»

«Zunächst habe ich gezögert», sagt Ursprung. Doch als sich auch bei ihr im Tessin gewisse Veränderungen ergaben, liess sie sich schliesslich überzeugen, beantragte einen Bankkredit und liess die Bäckereiräume zum «Salon Susy» umbauen. Dessen Kapazität von vier Plätzen behielt sie seitdem immer bei. «Ich arbeite lieber alleine», weshalb für sie eine Erweiterung des Geschäfts nie zur Debatte stand.

Auch die Kunden schätzten es, wenn sie immer von der gleichen Haarschneiderin bedient würden. «Das macht es persönlich», sagt Ursprung. Und so entstehe auch Vertrauen, was die Basis für eine langjährige Kundenbeziehung sei. Vertrauen, das dann zum Teil auch ermöglichen würde, nicht nur als Coiffeuse, sondern auch als eine Art Seelsorgerin wahrgenommen zu werden. Die Kundinnen und Kunden – eine ist dies seit den ganzen 40 Jahren – nutzten den Besuch auch dafür, über die Kinder, die Arbeit, die Beziehung oder Krankheit zu sprechen. Das könne teilweise auch etwas belastend sein, sagt Ursprung.
Doch mache der persönliche Austausch mit der Kundschaft – viele davon seien über die Jahre zu Freunden geworden – den Beruf auch für sie selbst spannend, so Ursprung.

Für Abwechslung sorgten in den vergangen vier Jahrzehnten aber auch die sich immer wieder ändernden Frisurentrends, die teilweise auch einfach leicht abgeänderte Varianten bereits dagewesener Trends waren. Ende der Siebzigerjahre waren es zum Beispiel Hochsteckfrisuren, Haarteile, Perücken und die Dauerwelle, die zum Einsatz kamen. Letztere war damals auch bei Herren beliebt. Heute seien es noch die älteren Kundinnen, die nach Wellen verlangen, um ihrer Frisur etwas mehr Volumen zu verleihen.

Zehnstündige Arbeitstage

Abwechslungsreich habe sich Ursprung ihren Job aber auch gemacht, indem sie sich immer wieder mit einer Vielzahl neuer Techniken und Geräte auseinandergesetzt hat, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Für Weiterbildungskurse ist sie regelmässig nach Paris oder Darmstadt gereist. Ihr Können wandte sie dann lange Zeit von morgens bis abends an. «Eine Kundin kam manchmal schon um 7 Uhr ins Geschäft.» So habe sie täglich oft zehn Stunden oder mehr gearbeitet. «Heute könnte ich nicht mehr so lange stehen.»

Trotz bereits erreichtem Pensionsalter möchte Ursprung aber noch so lange weiterarbeiten, wie es die Gesundheit zulässt – mittlerweile noch jeweils nachmittags. «Ich schätze es, mit Leuten Kontakt und dadurch etwas Abwechslung im Alltag zu haben.» Einfach nichts machen könne sie nicht. Auch ihre Kundinnen und Kunden, deren langjähriger Treue sie ihren Erfolg zu verdanken habe, dürften es schätzen, in Ursprung auch weiterhin eine Vertrauensperson für Haar- und Seelenangelegenheiten zu haben.