Kommentar
Befreiungsschlag

Ein Kommentar zum angekündigten Rücktritt von Kurt Henzmann als Gemeindepräsident von Niedergösgen.

Christoph Zehnder
Christoph Zehnder
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Der Rücktritt von Kurt Henzmann sei auch ein Befreiungsschlag für die CVP, schreibt Christoph Zehnder.

Der Rücktritt von Kurt Henzmann sei auch ein Befreiungsschlag für die CVP, schreibt Christoph Zehnder.

Bruno Kissling

Der angekündigte Rücktritt von Kurt Henzmann als Gemeindepräsident von Niedergösgen ist eine Befreiungsschlag. Stellt sich nur die Frage: Für wen?

Einerseits für den abtretenden Gemeindepräsidenten selbst. Seit der Wahl, in der Henzmann das absolute Mehr verpasste, aber mangels Kandidaten im zweiten Wahlgang trotzdem in stiller Wahl im Amt bestätigt wurde, schwebt die Frage der Rechtmässigkeit über dem amtierenden Gemeindeoberhaupt. Eine Gemeinde zu führen ist kein Schleck, und unter solchen Umständen erst recht nicht. Ihm bleibt zu wünschen, dass es mit der neuen beruflichen Herausforderung gelingt.

Befreit ist auch die CVP. Der Graben innerhalb der Partei war tief, die Bruchlinien nach aussen nicht immer sichtbar. Verständlich, dass es Monate bis zur Neuformierung eines Vorstandes dauerte. Doch der Ruf nach Veränderung war letztlich unüberhörbar. Mit den an der Generalversammlung beschlossenen Statuten wäre es dem Vorstand grundsätzlich möglich, Personen aus der Partei auszuschliessen. Mit seiner Demission ist Kurt Henzmann seiner Partei zuvorgekommen. Der CVP bleibt zu hoffen, dass sie es schafft, Ruhe in die Partei und in den Gemeinderat zu bringen und wo nötig Brücken zu anderen Parteien zu schlagen – sowie zu den Unabhängigen, die in ihrem Namen gewählt wurden.

Als befreiend könnte sich die Umbesetzung auch für SP, FDP und SVP erweisen, die derzeit überhaupt nicht im Gemeinderat vertreten sind. Sie sind jetzt am Zug, valable Kandidaten zu präsentieren, da sie ansonsten das Recht auf eine Bemängelung einer CVP-Alleinherrschaft im Gemeinderat verspielen.

Aufatmen dürften nicht zuletzt die Einwohnerinnen und Einwohner von Niedergösgen, die hoffentlich im Herbst eine echte (Aus-)Wahl erhalten. Dies setzt natürlich voraus, dass sie bei der Ersatzwahl auch Gebrauch von ihrem demokratischen Grundrecht machen werden.

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