Schönenwerd
Bäume müssen weichen: Der Neubau des Reservoirs geht auf Kosten von Waldfläche

Nächsten Monat beginnt in Schönenwerd der Bau des neuen Wasserreservoirs «Föhren». Die Fläche an Wald, welche für den Bau gerodet werden muss, soll jedoch andernorts neu aufgeforstet werden.

Kelly Spielmann
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Bruno Kissling

Seit Beginn dieses Jahres ist das Projekt in Planung, nun wurde es vom Regierungsrat bewilligt: Es kann losgehen mit dem Bau des neuen Wasserreservoirs Föhren inklusive Zonenpumpwerk in Schönenwerd.

Gleichzeitig wurde auch die dazu notwendige Rodung und Ersatzaufforstung bewilligt. Es ist geplant, am 2. Oktober mit den Vorbereitungs- und Rodungsarbeiten zu beginnen, die ungefähr zwei bis drei Wochen dauern sollen.

Das Unternehmen

Das Öffentlich-rechtliche Unternehmen Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN) wurde im Januar dieses Jahres von den Gemeinden Schönenwerd und Gretzenbach gegründet.

Grund für die Gründung des Unternehmens war die Planung des Grundwasserpumpwerks GWPW Aarenfeld in Gretzenbach, welches zurzeit noch in der Planungsphase ist. Momentan wird das Projekt aufgrund der Resultate der Vorprüfung für die Eingabe an den Kanton vorbereitet.

Wegen des Eppenbergtunnelbaus musste das Grundwasserpumpwerk an der Grenze zwischen Schönenwerd und Gretzenbach geschlossen werden, weshalb die beiden Gemeinden ihr Wasser zurzeit von Aarau beziehen. Das neue Wasserreservoir Föhren ist ein weiteres Projekt der WVUN.

Am 23. Oktober sollen die Bauarbeiten starten, wie Jörg Amsler, Präsident der Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN) erklärt. «Das Reservoir Föhren ist Bestandteil des Netzverbundes gemäss Regionalem Wasserversorgungsplan Olten Gösgen des Amts für Umwelt», so Amsler.

Es werde deshalb einerseits mit einem höheren Speichervolumen ausgestattet, als wenn es einzig für Schönenwerd und Gretzenbach gebaut worden wäre, und andererseits werde es auf gleicher Höhe wie das Reservoir Söhren in Niedergösgen erstellt, um als kommunizierendes Gefäss dem regionalen Verbund dienen zu können.

Rodungen für Neubau

Für den Bau des neuen Wasserreservoirs muss Schönenwerder Waldfläche gerodet werden – insgesamt 4870 m2, davon 3355 m2 temporär und 1515 m2 definitiv. Im Rahmen der öffentlichen Auflage, die vom 10. März bis 10. April dieses Jahres stattfand und neben dem Bauprojekt auch die Rodung und Ersatzaufforstung umfasste, wurde ebenfalls das Baugespann erstellt, um die genaue Lage gegenüber der heutigen Grundeigentümerin, der Bürgergemeinde Schönenwerd, und Interessierten örtlich zu bezeichnen. Diesem sind die exakten Stellen zu entnehmen, an denen gerodet werden muss, um das Reservoir bauen zu können, sowie diejenige Stelle, an der aufgeforstet wird.

Reservoir «Föhren» Das bestehende Reservoir «Föhren» (violett) wird abgerissen, das neue Reservoir wird am Standort der definitiven Rodungsfläche (rot) gebaut. Für den Bau muss die gelbe Fläche temporär gerodet werden. 

Reservoir «Föhren» Das bestehende Reservoir «Föhren» (violett) wird abgerissen, das neue Reservoir wird am Standort der definitiven Rodungsfläche (rot) gebaut. Für den Bau muss die gelbe Fläche temporär gerodet werden. 

Zur Verfügung gestellt

Die definitive Rodungsfläche befindet sich südöstlich des heutigen Reservoirs und ist gleichzeitig der Standort des neuen Wasserreservoirs. Die temporäre Rodungsfläche zieht sich vom Reservoirweg dem Waldweg entlang bis hin zum alten Reservoir, um welches herum ebenfalls gerodet werden muss.

Auch beim neben dem neuen Reservoir wird eine Fläche Wald temporär gerodet. Bei der temporär gerodeten Fläche befindet sich die Deponie, der Installationsplatz sowie die Leitungen. Es sind keine Einsprachen gegen das Gesuch eingereicht worden.

Ersatzaufforstung geplant

Um die verlorene Waldfläche zu kompensieren, wird eine Fläche der gleichen Grösse wie die definitive Rodungsfläche neu aufgeforstet. Dies geschieht östlich des neuen Reservoirs im Gebiet Haselmatt, an der Grenze zu Unterentfelden. Wann die Aufforstung über 1515 m2 Wald beginnt und wie lang sie dauern wird, ist noch unklar. «Dies hat das Forstamt Werderamt zusammen mit der Bürgergemeinde Schönenwerd aufgrund der saisonalen Voraussetzungen und der Vegetation zu entscheiden», erklärt Amsler.

 Östlich des neuen Reservoirs, im Gebiet Haselmatt an der Grenze zu Unterentfelden wird neu aufgeforstet.

Östlich des neuen Reservoirs, im Gebiet Haselmatt an der Grenze zu Unterentfelden wird neu aufgeforstet.

Zur Verfügung gestellt