Däniken
Banken-Fusion gescheitert, «eine einmalige Chance wurde vertan»

Die Generalversammlung der Raiffeisenbank Däniken stand im Zeichen der gescheiterten Fusion mit Dulliken-Starrkirch.

Rahel Bühler
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In der Erlimatthalle stimmten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter den Bankgeschäften einstimmig und ohne Wortmeldung zu.

In der Erlimatthalle stimmten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter den Bankgeschäften einstimmig und ohne Wortmeldung zu.

Markus Müller

Auch an der Generalversammlung der Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach war das Begräbnis der Fusion mit der benachbarten Raiffeisenbank Dulliken-Starrkirch nur eine Formsache.

Gleich zu Beginn der 113. Versammlung in der Däniker Erlimatthalle beantragte Verwaltungsratspräsident Stefan Scherer, das Traktandum bezüglich der Fusion zu einer Raiffeisenbank «Niederamt Süd» zu streichen: «Da an der Generalversammlung in Dulliken nicht darüber abgestimmt wurde, ist eine Fusion gar nicht möglich», so Scherer. Sein Antrag wurde von den 431 anwesenden stimmberechtigten Genossenschaftsmitgliedern einstimmig angenommen.

Enttäuschung sitzt tief

Damit war dieser Sachverhalt eigentlich vom Tisch. Und trotzdem schien die Enttäuschung ob der gescheiterten Hochzeit in Däniken gross zu sein – grösser zumindest als bei der benachbarten Raiffeisenbank Dulliken-Starrkirch, wie Verwaltungsratspräsident Stefan Scherer in seinem Bericht zum Geschäftsjahr 2015 erläuterte: «Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen der Fusion, und alle Mitarbeiter haben sich damit beschäftigt. Umso enttäuschter sind wir, dass an der Generalversammlung in Dulliken nicht darüber abgestimmt wurde.»

Denn eigentlich seien es ja die Genossenschafter, die das letzte Wort in solchen Angelegenheiten haben sollten. «Das war eine einmalige Chance, und ob es eine solche wieder geben wird, wage ich zu bezweifeln», so Scherer weiter. Zumal keine Stellen hätten gestrichen werden müssen. Der Verwaltungsrat sei sich einig, dass die Herausforderungen weiter wachsen und nur durch eine starke Bank zu bewältigen sein werden.

Auch Beat Leuenberger, der Vorsitzende der Bankleitung, sagte: «Wir sind der Meinung, dass die Fusion als solche der richtige Schritt ist.» Wieso die Erkenntnis, dass die beiden Raiffeisenbanken doch nicht zusammenpassen, erst kurz vor der ultimativen Entscheidung gewonnen werden konnte, bleibt unklar.

Solide Zahlen präsentiert

Um die Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach, die insgesamt 3275 Genossenschaftsmitglieder und 14 Mitarbeitende umfasst, müsse man sich keine Sorgen machen, wie Stefan Scherer erklärte: «Unsere Bilanz ist sehr solid, und wir konnten ein gutes Ergebnis erreichen.» Beim Jahresgewinn konnten total 320 550 Franken erzielt werden, was einer Steigerung von 2,6 Prozent gegenüber dem Jahresgewinn von 2014 entspricht. Die Bilanzsumme konnte auf 273,8 Millionen Franken gesteigert werden. Dies kommt einem Wachstum von 2,4 Prozent oder 6,3 Millionen Franken gleich. Zudem verfügt die Bank über ein Eigenkapital von 8 726 603 Franken», so Scherer in seinen Ausführungen. Der Geschäftsbericht wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Beat Leuenberger, Vorsitzender der Bankleitung, sprach in seinem Bericht über das vergangene Geschäftsjahr von einer Kompromissbereitschaft, die jeder Mann und jede Frau an den Tag legen müsse, denn schliesslich gehe es hauptsächlich um eines: das gegenseitige Auskommen miteinander. Dies sei auch bei der Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach der Fall. «Wir sind stolz auf das Erreichte, wollen uns aber gleichzeitig optimieren und machen uns Gedanken zur zukünftigen Strategie», erklärte er und lieferte auch ein dazugehöriges Beispiel: ein möglicher Ausbau des Anlagegeschäfts. Zudem sind gründliche Analysen geplant, um ungenutztes Sparpotenzial auszuschöpfen.

Keine Wortmeldungen

Aus den Reihen der Genossenschaftsmitglieder kam zu keinem Zeitpunkt der Versammlung eine Reaktion. Weder eine Frage zur gescheiterten Fusion noch eine andere Wortmeldung. Ob sich die Anwesenden nicht getrauten, keine Meinung hatten, Bedauern oder Aufatmen verspürten, war nicht auszumachen. Vielleicht waren sie auch bereits mit ihren Gedanken bei der Zukunft. Beat Leuenberger formulierte es nach dem offiziellen Teil der Versammlung so: «Wir müssen an den Differenzen arbeiten, denn die Fusion ist eine gute Sache. Das wird die Aufgabe der Zukunft sein.»