Eppenberg-Wöschnau
Bahnstrasse als Brennpunkt

Die Gemeinde scheint mit der SBB-Baustelle nicht wirklich zufriedene. Auch Gemeindepräsident Stephan Bolliger ist der Meinung: «Man muss denen halt immer alles noch mal und noch mal sagen – wie einem kleinen Kind.»

Jasmin Kunz
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Die SBB weigern sich, Lampen an der Bahnstrasse in der Wöschnau anzubringen. Das ärgert die Anwohner. (Archivbild)

Die SBB weigern sich, Lampen an der Bahnstrasse in der Wöschnau anzubringen. Das ärgert die Anwohner. (Archivbild)

Bruno Kissling

Anlässlich der ordentlichen Budget-Gemeindeversammlung finden sich am Mittwochabend stolze 22 der 190 stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner im Pavillon auf dem Eppenberg ein. Im ehemaligen Schulzimmer ist fast jeder Sitzplatz besetzt. Hier kennt man sich mit Namen und freut sich auf das Wiedersehen.

Ein Bouquet als Motivation

Bereits füllt der erste Bürger einen Zettel aus und wirft diesen in die Urne. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um Stimmzettel: Am Ende jeder Versammlung gibt es einen Blumenstrauss zu gewinnen. «Das ist eine kleine Motivation, damit mehr zur Versammlung erscheinen», erklärt Gemeindeschreiberin Karin Imbimbo die Tradition.

Gemeindepräsident Stephan Bolliger handelt kurz und knapp die Traktanden ab. Neben dem Budget 2017 (siehe Kasten) werden auch der Kreditantrag von 63 000 Franken für den dritten Teil der Kanalsanierungen (2017–2020) und die überarbeitete Gemeindeordnung einstimmig angenommen.

Dazu gibts Neuigkeiten vom Gemeinderat: Aus Kostengründen wird anstelle der Spitex eine private Lösung geprüft. Ab März bis Ende Juli wird von der SBB-Baustelle Ausbruchmaterial abtransportiert, was viel Verkehr zur Folge haben wird. Grundstücke in der Bauzone, die über Jahre nicht bebaut wurden, werden eventuell aufgrund des neuen Richtplans ausgezont. Das Projekt Ortsdurchfahrt Wöschnau wurde aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes gestrichen.

Auch die Stimmberechtigten melden sich zu Wort. Ein Anwohner der Bahnstrasse Wöschnau bemängelt, die Lampe vor einem Wohnhaus sei entfernt und bislang nicht ersetzt worden. Trotz Beschwerde. Die Sicht sei jahreszeitlich bedingt momentan schlecht. So kam es zu einem ernsten Unfall: Ein Fussgänger wurde auf dem Weg zum Hauseingang von einem Elektrovelo angefahren. Schon oft hätten sich Anwohner der Bahnstrasse beschwert: Das Fahrverbot sei mühsam, deswegen werde es oft nicht eingehalten.

Der Gemeindepräsident erläutert, die SBB seien für diese Strecke verantwortlich. Man habe die Zuständigen bereits mehrmals darum gebeten, das Licht zu ersetzen, werde dies nun aber ein weiteres Mal tun. Schon oft habe die Gemeinde mit den Zuständigen der SBB darüber diskutiert, dass auf dieser Strecke nicht alles so funktioniere, wie es eigentlich sollte. Die SBB würden sich bislang weigern, Lampen anzubringen.

Andere Anwesende melden sich ebenfalls zu Wort. Offenbar ist niemand so recht glücklich mit der Situation rund um die Baustelle der SBB. Auch Gemeindepräsident Stephan Bolliger ist der Meinung: «Man muss denen halt immer alles noch mal und noch mal sagen – wie einem kleinen Kind.» Die Anwohner hätten damals jedoch die Wahl gehabt, ihr Grundstück den SBB zu verkaufen.

Familiäre Stimmung im Pavillon

Beim Apéro ist der Ärger vergessen. Es wird angestossen auf eine gelungene Versammlung. Man geniesst die vorweihnachtliche Stimmung bei Kerzenschein. Besonders freut sich der Gewinner des grosszügigen Blumenstrausses, erst letzte Woche feierte er seinen Geburtstag. Auch Unstimmigkeiten können der gelassen-familiären Stimmung im Dorf offenbar nichts anhaben.

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