Ursprünglich errichtet, um Wasser aus dem Fluss in den Kanal für die industrielle Produktion der Bally-Werke umzuleiten, erfreute sich die Schwelliplatte zuletzt vor allem bei Aareschwimmern grosser Beliebtheit.

Mittlerweile ist von der Betonschwelle nicht mehr viel zu sehen. Dort wo sich im Sommer die Ausflügler eine Abkühlung gönnten, sind in den vergangenen Wochen die Baumaschinen aufgefahren und haben die Platte Stück für Stück demontiert.

Dass der Aareabschnitt bei der Schwelliplatte für Schwimmer nicht ungefährlich war, ist aber nicht der Hauptgrund für den Rückbau. Es ist Teil einer Hochwasserschutz- und Renaturierungsmassnahme. Die Schwelliplatte musste auch weichen, weil sich dahinter das Wasser staute und es dadurch an Strömungsdynamik fehlte. Zudem stellte sie ein Hindernis für die Fischwanderung dar. Bald soll die Aare aber wieder frei fliessen können.

Als weitere Massnahme entsteht auf Niedergösger Seite ein 500 Meter langes Seitengerinne. Das gibt der Aare mehr Platz und bietet wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Das Landschaftsbild wird aufgewertet. Auf der rechten Uferseite wird das Dammufer erhöht, um Hochwasser abzufangen.

Die Bauarbeiten gehen mit der Konzessionserneuerung für das Wasserkraftwerk der Alpiq Hydro Aare AG einher und sind Teil eines ganzen Massnahmenpakets, welches neben landschaftlicher Aufwertungen auch die Sanierung des Stauwehrs Winznau beinhaltet. Die Arbeiten bei der Schwelliplatte sollen im kommenden Frühling abgeschlossen sein.