#AllesAngers
Ausnahmezustand an der Maine

Rahel Bühler aus Walterswil ist freie OT-Mitarbeiterin und absolviert derzeit ein Austauschsemester in Angers, Frankreich. In ihrer Kolumne #AllesAngers schildert sie ihre Erfahrungen und Beobachtungen. Heute: Der Start in ihr Abenteuer

Rahel Bühler
Rahel Bühler
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Rahel Bühler

In der ganzen Stadt hängen britische Flaggen. Mann, Frau und Kind tragen die verrücktesten, meist selbstgebastelten Hüte. Auf dem grössten Platz der Stadt ertönt die britische Hymne.

Rahel Bühler, freie OT-Mitarbeiterin

Rahel Bühler, freie OT-Mitarbeiterin

Bruno Kissling

Eigentlich wollte ich für mein fünfmonatiges Austauschsemester nach Frankreich. Hab ich den falschen Flieger erwischt? Hab ich nicht, aber es fühlt sich fast so an.

Nur fünf Tage nach meiner Ankunft herrscht in Angers, meiner neuen Heimat, Ausnahmezustand: «Les Accroche-coeurs» — so nennt sich das dreitägige Kultur-Festival im September.

Auf den Plätzen und in den Gärten und Parks der 150 000-Einwohner-Stadt werden stimmungsvolle Konzerte, berührende Tanzvorführungen, halsbrecherische Akrobatikshows aufgeführt. Das Motto: «So British!» Die Stadt zelebriert «ihr» Festival in vollen Zügen.

Klein und Gross tanzt bei den Konzerten mit und gönnt sich ein heisses Getränk in einem Strassencafé, einen Crêpe oder ein Glas Weisswein. Highlight des Samstags ist das Konzert der Beatles-Cover-Band «Tribute to the Beatles». Auf der Bühne direkt neben dem «Château d’Angers» spielt sie die Hits von Ringo, John und Co.

 Das Motto des dreitägigen Kultur-Festivals in Angers lautet: «So British!»

Das Motto des dreitägigen Kultur-Festivals in Angers lautet: «So British!»

Rahel Bühler

Ich darf an dieser Stelle von meinem ersten Eindruck von Angers berichten. Nun, von einer schöneren Seite könnte sich die Stadt an der Maine einem Fremden nicht präsentieren. Auch wenn sich das Wetter ganz und gar den Briten angepasst hatte. Es regnete ununterbrochen. «Il pleut des cordes», sagt der Franzose. Es regnet Seile.

Trotzdem: Das Festival strotzte nur so vor Charme und übertrug ihn auf die französische Kleinstadt und ihre Bewohner. Die Sehenswürdigkeiten, allen voran das Schloss und die Kathedrale, zeigten sich von der besten Seite. Die Gassen der kleinen, charmanten Altstadt waren bis spät in die Nacht bevölkert.

Es kommt einem fast so vor, als ob die «Angevains», wie die Einwohner Angers genannt werden, den Sommer noch ein letztes Mal auskosten wollen. Denn letztendlich ist es nämlich so: An diesem Wochenende im September ist wirklich #AllesAngers in Angers.