«Wir sind alle älter geworden», begründet OK-Präsident Andreas Widmer (34) lakonisch. «Man heiratet, hat Kinder und Familie.» Die Mitglieder, alle aus Gretzenbach, Niedergösgen, Däniken, Aarburg, sind durchs Band weg zwischen 28 und 36 Jahre alt: Daniela Brunner, Roger Brunner, Michael Hüsler, Martin Meier, Philipp Meier, Reto Meier, Patrick Stampfli.

Kommt dazu: «Mein Geschäft wurde auch grösser.» Widmer, gelernter Landmaschinenmechaniker und Landwirt, ist heute Chef von acht Mitarbeitern seines Unternehmens für Garten- und Kommunalarbeiten auf dem Lindehof im Grod. Andere im OK sind ebenfalls selbstständige Unternehmer. Ein Festival von der Grösse des «Feelgoods» zu organisieren, braucht Zeit. «Im Sommer geben die OK-Mitglieder den grössten Teil ihrer Ferien dafür.» Etwa zwei Wochen setzen sie allein für den Auf- und Abbau auf dem Mösli ein.

Zu nahe an Zofingen

Zu schaffen machte dem Feelgood-Festival die Nähe des Zofinger Heitere- Open-Airs. «Vier bis sechs Wochen vor und nach einem Konzert treten viele Bands innerhalb eines Umkreises von 40 Kilometern kein zweites Mal auf.» Das «Heitere» biete den Bands ein grösseres und damit attraktiveres Publikum. «So haben wir Mühe, neue und aktuelle Headliner zu gewinnen.» Den Termin zu verschieben, sei schwierig. Vor den Sommerferien fänden in der Region viele Veranstaltungen und Schulfeste statt, die das «Feelgood» auf keinen Fall konkurrenzieren wolle. Im Juni oder September sei das Wetterrisiko wieder grösser.

Einzelne Mitglieder hätten schon letztes Jahr aufhören wollen, verrät Widmer. Als das Festival 2015 finanziell ausgeglichen abschloss, habe sich das OK aber geeinigt: «Wir machen gemeinsam noch die 10 Jahre voll, dann ist Schluss.» Der Beschluss fiel nach dem 9. Festival, aber bis jetzt hielten die OK-Mitglieder nach aussen dicht.

Aber: Hätte es nicht Nachfolger gegeben, die das Festival mit einer neuen Crew weiterführen könnten? Gespräche hätten stattgefunden, sagt der OK-Präsident. Aber Zeitaufwand und finanzielles Risiko seien abschreckend: «Das Festival hat heute ein Budget von etwa 300 000 Franken», gibt er zu bedenken. «Es gab Jahre mit Defiziten, wo jeder von uns ein paar tausend Franken einschiessen musste.»

«Leute, die wissen, wie es geht»

Über die ganzen Jahre gesehen, sei die Rechnung mehr oder weniger aufgegangen – aber nur dank guten Beziehungen zu Sponsoren und Lieferanten, und weil mehrere OK-Mitglieder und Helfer eigene Infrastrukturen für das Festival zur Verfügung stellen konnten. Das wäre einem anderen Team nicht im gleichen Mass möglich.

«Wenn es jemand mit dem gleichen ‹Spirit› weiterführen will, werden wir sicher helfen», meint Andreas Widmer. «Aber das Festival steht und fällt damit, ob Leute da sind, die wissen, wie es geht.» Er selbst möchte die Verantwortung nicht mehr tragen. «Wetter, Wind und Gewitter bedeuteten für mich immer die grösste Gefahr.» Da hätten sie bisher Glück gehabt.

200 freiwillige Helfer

Das Feelgood-Festival in Niedergösgen kann auf gesamthaft rund 200 freiwillige Helferinnen und Helfer zählen. Während der zwei Festivaltage (Freitag/Samstag) stehen jeweils etwa 150 Personen im Einsatz. Für den Aufbau der Zelte am Samstag vor dem Fest braucht es 50 Personen, ebenso für den Abbau am Sonntag danach. Und in der Woche vor dem Termin sind auf dem Festplatz ständig 20 bis 30 treue Seelen mit Vorbereitungen beschäftigt. Sie alle nehmen Ferien dafür.

«Dieses ganze Team arbeitet ohne Bezahlung, nur für Essen und Getränke am Fest», erzählt Andreas Widmer stolz. Als Dank organisiert das OK im Spätherbst ein Helferfest auf dem Bauernhof von Familie Meier im Bösch. Und es übernimmt einen Teil der Kosten für das Helferweekend jeweils Ende Februar in Davos.

Da ist noch was im Hinterkopf

Das letzte Feelgood-Festival, die Jubiläumsausgabe Nr. 10, findet am Freitag und Samstag, 29. und 30. Juli, statt. Die Bands werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

Und dann soll wirklich Schluss sein? «Ja, es ist Schluss», sagt Andreas Widmer. Aber dann fügt er noch bei: «Der Verein Feelgood Events bleibt bestehen. Den lösen wir nicht auf.» Aha – und? «Vielleicht …», rückt er heraus, «vielleicht gibts ja später wieder mal was, so in zwei, drei Jahren etwa.» Und dann kommts: «Vielleicht mal in einer Halle.» Denn dann wäre man nicht wetterabhängig und könnte das Festival auch im Frühling durchführen.

«Hallenevents ermöglichen bessere Konditionen bei Künstlern und bieten eine einfachere Infrastruktur mit geringerem Wetterrisiko.» Versprechen wollen Widmer und das OK aber nichts. «Das ist jetzt mal in den Hinterköpfen.»