Auftakt nach langer Planung
Das erste Teilprojekt der ÖV-Drehscheibe am Bahnhof Schönenwerd wird in Angriff genommen

Am Montagmorgen früh trafen sich Vertretende der Gemeinde und die ausführenden Unternehmen zum Spatenstich – auch Regierungsrat Peter Hodel war mit von der Partie.

Noël Binetti
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Eisiger Start: Zum Spatenstich der neuen ÖV-Drehscheibe am Bahnhof Schönenwerd versammelten sich am Montagmorgen Michael Schüpbach (Geschäftsführer STA), Reto Studer (Leiter Baubetrieb Marti AG Solothurn), Alex Schneider (Gesamtprojektleiter ÖV-Drehscheibe), Jörg Amsler (Stabsstelle Gemeinde Schönenwerd), Regierungsrat und Ex-Gemeindepräsident Peter Hodel, Gemeindepräsidentin Charlotte Shah-Wuillemin , Bauverwalterin Evelyne Tejada und Klaus Reihlen (Architekt) (vordere Reihe v.l.) zusammen mit Vertretern der ausführenden Unternehmen.

Eisiger Start: Zum Spatenstich der neuen ÖV-Drehscheibe am Bahnhof Schönenwerd versammelten sich am Montagmorgen Michael Schüpbach (Geschäftsführer STA), Reto Studer (Leiter Baubetrieb Marti AG Solothurn), Alex Schneider (Gesamtprojektleiter ÖV-Drehscheibe), Jörg Amsler (Stabsstelle Gemeinde Schönenwerd), Regierungsrat und Ex-Gemeindepräsident Peter Hodel, Gemeindepräsidentin Charlotte Shah-Wuillemin , Bauverwalterin Evelyne Tejada und Klaus Reihlen (Architekt) (vordere Reihe v.l.) zusammen mit Vertretern der ausführenden Unternehmen.

Bruno Kissling

Seit bald zehn Jahren wird rund um die «ÖV-Drehscheibe» Bahnhof Schönenwerd geplant und projektiert. Das ganze Gelände um den Bahnhof soll für Pendelnde aus der Region attraktiv gestaltet werden, die SBB erneuern Perron-Anlagen indem sie diese gemäss Behindertengleichstellungsgesetz hindernisfrei nutzbar machen und auch die zwei Buslinien, welche bis anhin nicht bis zum Bahnhof vorfuhren, halten künftig am geplanten Terminal, direkt am Bahnhof.

Viele Sitzungen später und mit einiger Verzögerung gilt es jetzt ernst: Am Montagmorgen versammelten sich in aller Frühe und bei eisigen Temperaturen Vertretende der Gemeinde, zusammen mit Ex-Gemeindepräsident und Regierungsrat Peter Hodel sowie die ausführenden Bauunternehmen auf dem Bahnhofplatz zum Spatenstich.

Bauarbeiten beginnen an der Bahnhofstrasse

Die Bauarbeiten der Gemeinde erstrecken sich zunächst auf die Sanierung der Bahnhofstrasse. Diese wird während der Bauarbeiten im Einspurbetrieb geführt, ein Ampelsystem regelt den Verkehr. Die Gemeinde schreibt in einer Medienmitteilung: «Es ist absehbar, dass es in den Stosszeiten zwischen der Einmündung in die Gösgerstrasse und der Post zu Staus kommen wird.» Über die Festtage pausieren die Arbeiten, die Fertigstellung ist in diesem Bereich auf September 2022 vorgesehen, der Deckbelag wird später erstellt. Anschliessend werden die Arbeiten im Bereich Bahnhofplatz und Storchengässli fortgesetzt.

Betroffene Anwohner und Mieterinnen werden durch die Bauleitung regelmässig über die Bauarbeiten und allfällige Einschränkungen informiert, verspricht die Gemeinde.

Im Juni 2019 beschloss die Gemeindeversammlung den Kredit zur gleichzeitigen Realisierung der intermodalen ÖV-Drehscheibe. Dabei sollen Synergien mit dem Bahnhofumbau der SBB genutzt werden.

Projekt mit SBB abgestimmt, Einsprachen beseitigt

Die SBB bauen voraussichtlich ab Januar bis Oktober 2022 die Perrons zum Gleis 1 und 2 aus. Der Bahnhof wird so umgebaut, dass mehr Platz auf den Perrons entsteht und ein stufenfreies Ein- und Aussteigen möglich ist. Die Kosten dafür betragen 10,5 Millionen Franken und werden über die Leistungsvereinbarung mit dem Bund finanziert. Die SBB versprechen sich laut der mit der Gemeinde gemeinsam versandten Mitteilung «mehr Komfort und Pünktlichkeit» für Pendlerinnen und Pendler.

In der ersten Bauphase des SBB-Teilprojekts werden die Installationsplätze vorbereitet. Anschliessend werden zwei Kabelquerungen für SBB- und Swisscom-Kabel erstellt. In Richtung Dulliken entstehen mit einer Holzkonstruktion zwei provisorische Perrons am Gleis 1 und 2. Beide Provisorien sind rund 150 Meter lang und 55 Zentimeter hoch und ermöglichen etwa ab März 2022 ein stufenfreies Ein- und Aussteigen.

Für die gleiche Zeit wird eine provisorische Bushaltestelle in der Nähe der heutigen P&R-Anlage eingerichtet. Die Bauarbeiten dauern bis voraussichtlich Ende Oktober 2022. Im Anschluss starten die erwähnten Bauarbeiten der Gemeinde auf dem Bahnhofplatz.

Seitens der Gemeinde mussten drei Einsprachen direkt und zwei weitere zuhanden der SBB behandelt werden. Da die Arbeiten zur ÖV-Drehscheibe auf Bahnareal stattfinden, ist neben der Gemeinde auch der Kanton zuständig.

Auch Regierungsrat nutzt künftige ÖV-Drehscheibe

Peter Hodel hat das Projekt als Gemeindepräsident über viele Jahre begleitet. «Es gab während der Planungszeit viele Kurven und Wendungen», erklärt er auf Anfrage. Die Abstimmung auf die SBB sei herausfordernd gewesen. Gesamthaft gesehen sei die aktuelle Verzögerung aber vernachlässigbar. Jetzt freue er sich für die Region, dass das Vorhaben Formen annimmt: «Die gesteigerten Kapazitäten sowie die Abstimmung des öffentlichen Verkehrs auf die Pendelnden entsprechen den Bedürfnissen unserer Zeit.»

In seinem Amt als Regierungsrat nimmt Hodel wann immer möglich den Zug: «Beinahe täglich werde ich also das Fortschreiten der Bauarbeiten mitverfolgen können.»

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