Niedergösgen

Auf Expansionskurs: Schlossgarten ebnet den Weg für Ausbau

Der Zweckverband BPZ Schlossgarten hat die Möglichkeit, eine weitere Liegenschaft an der Neufeldstrasse (links im Bild) zu erwerben. Das Nachbargebäude wurde 2017 gekauft und abgerissen (Gelände im Vordergrund). Auf dem Grundstück soll eine Erweiterung des Schlossgartens entstehen.

Der Zweckverband BPZ Schlossgarten hat die Möglichkeit, eine weitere Liegenschaft an der Neufeldstrasse (links im Bild) zu erwerben. Das Nachbargebäude wurde 2017 gekauft und abgerissen (Gelände im Vordergrund). Auf dem Grundstück soll eine Erweiterung des Schlossgartens entstehen.

Dem Pflegezentrum Schlossgarten in Niedergösgen bietet sich die Gelegenheit für den Erwerb eines anliegenden Grundstücks. Stimmen die Einwohner der Trägergemeinden dem Kauf der Liegenschaft zu, kann auf dem Gelände ein Erweiterungsbau entstehen.

Vor 30 Jahren sind die ersten Bewohner im Betreuungs- und Pflegezentrum (BPZ) Schlossgarten in Niedergösgen eingezogen. Die Wohn- und Lebensgewohnheiten haben sich seither stark verändert – auch bei der älteren Generation. «Die Menschen leben heute länger daheim und kommen später zu uns», erklärt Zentrumsleiter David Wälchli. Vor allem die zwölf Doppelzimmer im BPZ entsprächen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen.

Dies ist mit ein Grund, weshalb man sich im Zweckverband schon seit geraumer Zeit Gedanken über eine Erweiterung macht. Eine Erhöhung der Anzahl Pflegeplätze von 68 auf 75 wurde vom Kanton bereits genehmigt. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen. 2017 konnte der Zweckverband die Liegenschaft an der Neufeldstrasse 10 in unmittelbarer Nähe zum BPZ kaufen.

Mittlerweile hat sich noch eine weitere Gelegenheit ergeben: Der Zweckverband könnte auch die benachbarte Liegenschaft an der Neufeldstrasse 6 erwerben. «In diversen Gesprächen mit den Eigentümern konnte die Möglichkeit eines Liegenschaftserwerbs entwickelt werden», erklärt Wälchli. Nur wenige Schritte trennen die beiden Grundstücke vom BPZ-Hauptgebäude – ideale Voraussetzungen für eine künftige Erweiterung.

Vergangene Woche gab die Delegiertenversammlung einstimmig grünes Licht für den Kauf. Das letzte Wort haben allerdings die Gemeindeversammlungen der beteiligten Einwohner- und Bürgergemeinden (siehe Box). Diese werden im Mai und Juni darüber befinden.

Umzonung nötig

Gedanken hat man sich bereits über eine Zwischennutzung der beiden Parzellen gemacht. Das Wohnhaus an der Neufeldstrasse 10 ist im vergangenen Herbst abgerissen worden. «Das Gebäude war in einem sehr schlechten Zustand, es wurden hohe Asbestwerte darin festgestellt», so der Zentrumsleiter. Die leere Parzelle hätte eigentlich zwischenzeitlich als Parkplatz dienen sollen. Da sie in der Wohnzone liegt, ist dies aber nicht möglich.

«Es stimmt, das hätten wir vorher abklären sollen», sagt Wälchli, fügt aber hinzu: «Eine Vermietung war unmöglich, das Gebäude wäre leer gestanden und hätte lediglich Kosten verursacht.» Besser sieht es mit dem Nachbarhaus aus. Dieses will man nach einem allfälligen Kauf bis zum Baubeginn stehen lassen und bis dahin für eigene Zwecke nutzen.

Da sich beide Grundstücke in der Wohnzone befinden, wäre für einen Neubau eine Umzonung in eine Zone für öffentlich-rechtliche Bauten notwendig. Der Gemeinderat Niedergösgen hat sich diesbezüglich bereits positiv geäussert.

Demenz- und Pflegeeinheit

Auf den beiden Parzellen soll ein Neubau entstehen. Vorgesehen sind eine Demenzwohngruppe im Erdgeschoss für etwa 10 Personen sowie eine Pflegeeinheit im Obergeschoss für rund 15 Personen als Ersatz für die heutigen Zweibettzimmer. Hinzu käme ein Attikageschoss zur Eigennutzung des BPZ sowie ein Untergeschoss mit Tiefgarage und Platz für die neue Wäscherei.

Für konkrete Pläne sei es aber noch zu früh, meinen David Wälchli und BPZ-Zweckverbandspräsident Urs Spielmann. Zuerst gelte es abzuwarten, ob die Trägergemeinden dem Kauf zustimmen. Erst dann werde die Arbeitsgruppe die nächsten Schritte einleiten, angefangen bei der Erstellung eines Pflichtenhefts für die Projektausschreibung. «Wir wollen Schritt für Schritt vorgehen», betont Urs Spielmann.

Die Liegenschaft an der Neufeldstrasse 10 wurde im vergangenen Herbst abgerissen.

Die Liegenschaft an der Neufeldstrasse 10 wurde im vergangenen Herbst abgerissen.

«Wenn wir im Frühling 2020 loslegen könnten, wäre ich sicher nicht unglücklich», meint David Wälchli. Das Projekt hängt aber noch von zu vielen Faktoren ab, als dass bereits ein Termin für den Baustart festgelegt werden könnte. Beim BPZ Schlossgarten handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Institution. Das Bauvorhaben wird zu gegebenem Zeitpunkt öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Der Planungsprozess wird also einige Zeit in Anspruch nehmen.

Informationsanlass im April

Auch Einsprachen sind nicht ausgeschlossen. Dessen ist man sich im Zweckverband bewusst. Sei es gegen die Umzonung oder gegen das Bauprojekt an sich. «Auch darum wollen wir von Anfang an möglichst transparent kommunizieren», sagt Wälchli. Zu den Anwohnern habe man den Kontakt gesucht und konnte so bereits einige Bedenken zerstreuen.

Am 19. April findet zudem eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten im BPZ Schlossgarten statt (Beginn 19.30 Uhr). «Wir möchten, dass die Einwohner der Trägergemeinden wissen, worum es geht, wenn sie an der Gemeindeversammlung über den Kauf der Liegenschaft abstimmen», erklärt David Wälchli.

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