Dorfzentrum

Auf Erlinsbach warten grosse Veränderungen — und ein kleines Problem

Hier, zwischen Hauptstrasse (vorne) und Jöggigässli (links), soll die Überbauung entstehen (Ansicht von Westen)

Hier, zwischen Hauptstrasse (vorne) und Jöggigässli (links), soll die Überbauung entstehen (Ansicht von Westen)

Die Lücke im Dorfzentrum von Erlinsbach soll endlich geschlossen werden können. Doch damit auf dem unbebauten Gebiet im Zentrum eine Überbauung entstehen kann, muss eine neue Zone erschaffen werden.

Im Dorfkern von Erlinsbach wird sich während der nächsten Jahre einiges verändern: Am Dorfplatz 2 entsteht ein Neubau und der Kanton wird in absehbarer Zeit den Löwenkreisel definitiv ausbauen. Nebst diesen Projekten möchte die Gemeinde als Grundeigentümerin an zentraler Lage eine Überbauung realisieren. Diese soll zwischen dem Jöggigässli und der Hauptstrasse entstehen, eines der wenigen noch unbebauten Gebiete im Dorfzentrum.

Das Problem: Die Parzellen, auf welchen die Überbauung entstehen soll, liegen in der Kernzone Niedererlinsbach und in der Wohnzone W2. Mit den bestehenden Zonenvorschriften können jedoch die Ziele bezüglich Dichte und Qualität der Überbauung nicht erreicht werden.

Daher soll für das Gebiet eine neue, massgeschneiderte Zone erschaffen werden. Der Teilzonen- und Erschliessungsplan dazu liegt derzeit bis zum 12. Februar bei der Gemeindeverwaltung auf.

Derzeitiger Zonenplan: Die umrandeten Parzellen sollen zur Kernzone Dicht werden.

Derzeitiger Zonenplan: Die umrandeten Parzellen sollen zur Kernzone Dicht werden.

Dichte Bebauung des Areals

Bereits vor rund vier Jahren gab es eine öffentliche Planauflage. Aufgrund von damaligen Einsprachen liegt nun eine überarbeitete und ergänzte Ausführung der Teilzonenvorschriften auf. Die neue «Kernzone Dicht KD» umfasst laut Zonenvorschriften das Gebiet zwischen historischem Ortskern und Neubauquartieren.

Die neue Zone soll, wie der Name verrät, durch eine dichte Nutzung und bewusste Gestaltung den Übergang zwischen diesen beiden Ortsteilen prägen. Besonders öffentliche Bauten und Wohnbauten sollen die Zone ausmachen, aber auch nicht störende Kleingewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sollen darin Platz finden.

Gute Erfahrung am Dorfplatz

Die überarbeitete Version der Zonenvorschriften besagt, dass Neubauten und grössere bauliche Erweiterungen einerseits durch qualitätssichernde Verfahren und andererseits durch einen Gestaltungsplan realisiert werden können. Der Gemeinderat entscheidet jeweils über das anzuwendende Verfahren.

Gemeindepräsidentin Madeleine Neumann empfindet dies als optimal: «Die neue Zonierung und insbesondere die Möglichkeit, dass die Bebauung aus einem qualitätssichernden Verfahren entstehen kann, bildet die Grundlage für eine optimale Bebauung an diesem zentralen und für die Gemeinde wichtigen Ort.»

Mit der Planung Dorfplatz 2 habe die Gemeinde erste gute Erfahrungen mit diesem Instrument sammeln können. Mit dem Vorgehen erwartet sie mehr Qualität der Bauten und der Freiräume, als dies mit dem rechtskräftigen Zonenplan möglich wäre. Die neue Zone entsteht im ordentlichen Verfahren für die Nutzungsplanung.

Ein langer Weg ans Ziel

Wie Neumann erläutert, soll die Überbauung in einem Studienwettbewerb mit mindestens drei Architekturbüros ermittelt werden. Ziel ist eine dichte Bebauung mit hoher Aussenraumqualität. «Wir denken an zentrumsnahes Wohnen, zum Beispiel für ältere Menschen», so die Gemeindepräsidentin.

Doch bis dahin wird es noch etwas dauern, denn die Gemeinde geht davon aus, auch nach der zweiten Auflage Gespräche und Verhandlungen führen zu müssen. «Im Anschluss wird der Gemeinderat über die Einsprachen entscheiden und die Planung beschliessen. Nach der Genehmigung durch den Regierungsrat können wir die Planung weiter vorantreiben», so Neumann.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1