Trimbach
Auf einer Reise durch den Verdauungstrakt

An einem von der Krebsliga Solothurn organisierten Vortrag zum Thema «Darmkrebs» in Trimbach warnten die Referenten vor den Risikofaktoren.

Rahel Bühler
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Markus Müller OT

«Was darf Gesundheit wert sein?», fragte Gemeindepräsident Martin Bühler im Trimbacher Mühlemattsaal die anwesenden Interessierten, so um die 60 Personen dürften es gewesen sein. Er liess die Frage im Raum stehen, denn darauf gebe es für jeden Menschen eine andere Antwort, sagte Bühler. Damit leitete er einen von der Krebsliga Solothurn organisierten Vortrag ein, der sich mit dem Thema Darmkrebs beschäftigt.

«Pro Jahr wird in der Schweiz bei 4300 Personen Darmkrebs diagnostiziert. Im Kanton Solothurn sind es 140 Personen», erklärt Prof. Dr. Markus Zuber, Chefarzt für Viszeral-, Gefäss und Thoraxchirurgie am Kantonsspital Olten. Er ist einer der drei Referenten, die während des gut zweistündigen Vortrags zu Worte kommen.

Darmkrebs, genauer gesagt Dickdarmkrebs, sei die dritthäufigste Krebstodesart weltweit, ergänzte der leitende Arzt der Abteilung Gastroenterologie am KSO, Dr. Matthias Froh. Mithilfe von Grafiken erklärte er, wie aus überflüssigem Gewebe ein bösartiger Tumor entstehen kann. Auch präsentierte er potenzielle Risikofaktoren: «Gegen zwei davon können sie nichts machen.» Damit meinte er das Alter, 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen treten nach Überschreiten des 50. Lebensjahres auf, und die genetische Veranlagung.

«Weitere Risikofaktoren sind ungenügende Bewegung, Rauchen und unausgewogene Ernährung», so Froh weiter. Aus diesem Grund appellierte er an die Zuhörerschaft, dem entgegenzuwirken. Gut verständlich präsentierte er im Anschluss verschiedene sogenannte Früherkennungsmassnahmen, die das Ziel einer frühen Diagnosestellung verfolgen.

Einblick in Operation

Die Behandlung von Darmkrebs ist stadiumabhängig. Je nach dem kommt eine chirurgische Therapie, also eine Operation, eine Bestrahlung oder eine medizinische Therapie infrage. Unter einer medizinischen Therapie werden sowohl Chemo-, als auch Antikörper- und Immuntherapie verstanden. Der chirurgischen Therapie nahm sich Markus Zuber an. «Die Chirurgie ist die einzige heilende Therapie für Dickdarmkrebs», konstatierte er und untermauerte seine Aussage mit viel, für die eher ältere Zuhörerschaft, teilweise etwas schwer verständlichem Fachwissen.

Nichts für schwache Nerven war der Teil am Ende seines Vortrages, als Film-Sequenzen einer Operation im Dickdarm gezeigt wurden. «Das nennt sich laparoskopische Schlüsselloch-Chirurgie. Dabei wird mit ganz kleinen Instrumenten gearbeitet», erklärte Zuber. «Fast wie bei einer Metzgete», meinte eine Zuhörerin aus den hinteren Rängen. Der Vortrag wurde interaktiv gestaltet. Nach jedem Referat folgte eine Fragerunde, die die anwesenden Interessierten rege zu nutzen wussten. Und im hinteren Teil des Saales wurde ein acht Meter langes, begehbares Darmmodell aufgestellt.

Massgeschneiderte Therapie

Der letzte Teil des Vortrages bestritt die leitende Ärztin des Onkologiezentrums am KSO, Dr. Catarina Uhlmann. In einfachen, gut verständlichen Sätzen präsentierte sie die medizinische Therapie des Dickdarmkrebses: «Wir bieten eine personalisierte, das heisst auf jeden Patienten massgeschneiderte, Krebstherapie.» Sie stellte die Vor- und Nachteile der medizinischen Möglichkeiten vor und betonte, dass beispielsweise Haarausfall bei einer Chemotherapie nicht in jedem Fall vorkomme.

Ausserdem zeigte sie neue Daten aus der aktuellen Forschung, die herausgefunden hat, dass nach einer sechsmonatigen Chemotherapie die Langzeitüberlebensrate gleich hoch ist, wie nach einer dreimonatigen. «Aus diesem Grund passen wir nun die Dauer der Chemotherapie an. Denn damit können auch unangenehme Nebenwirkungen verringert werden», erläuterte Uhlmann.

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