Duette von Cornett und Euphonium, ein Solostück von der Basstuba und mehrere Lieder mit der gesamten Brassband: Das diesjährige Programm des Musikvereins Gretzenbach unter der Leitung von Andrea Scherrer ist vielseitig.

Die vertretenen Genres reichen von Ländlern über Märsche bis hin zu Popsongs von Madonna und dem schmachtenden Klassiker «Io Senza Te». «Wir versuchen, jeweils eine gute Mischung zusammenzustellen», sagt Vereinspräsident Michael Gugger, der Schlagzeug und Perkussionsinstrumente spielt. Das sei sowohl für das Publikum als auch für die Musiker interessant.

Den einen gefallen die Ländler, die andere spielen lieber Märsche

Denn die Geschmäcker sind unterschiedlich. So gefällt Anton Hagmann, der Posaune spielt, der Schlussmarsch «Gruss an das Worblental» von Stephan Jaeggi am besten. Bassposaunist André Steininger findet vor allem an Ländlern Gefallen. «Da wird jeder etwas anderes sagen», fügt er an. Schliesslich, so Steininger, seien jedoch alle Lieder schön.

Neben dem musikalischen Teil ist im Musikverein auch die Geselligkeit wichtig. Die Musiker sehen sich bei den regelmässigen Proben und an den Anlässen. Für das kommende Konzert probt der Musikverein seit Januar wöchentlich und zuletzt gar zwei Mal pro Woche.

Auch nach 50 Jahren noch ein bisschen nervös

Manche der 26 Mitglieder sind schon viele Jahre mit dabei. Anton Hagmann und Brigitte Höfler etwa spielen seit über 50 Jahren im Musikverein. «Ich war damals die erste Frau im Musikverein — oder das erste Meitli», so Höfler. Obwohl sie in Niedergösgen aufgewachsen sei, sei klar gewesen, dass sie in den Gretzenbacher Musikverein eintreten würde — dort spielte nämlich bereits ihr Vater mit.

Erst musizierte sie mit der Trompete. Als der Musikverein dann auf die Brassband-Besetzung wechselte, wurde das Cornett zu ihrem Instrument. Vor den Konzerten sei sie jeweils immer noch ein bisschen nervös — «kommt darauf an, wie gut ich es kann», meint sie lachend. Im Gegensatz zu ihr sagt Hagmann, dass er vor Konzerten kaum mehr Lampenfieber habe.

«Mir gefällt die Geselligkeit»

Seit fünf Jahren mit dabei ist der Gretzenbacher André Steininger. Zuvor musizierte er in anderen Formationen. «Mir gefällt die Geselligkeit, es ist eine sehr gute Gruppe hier», so Steininger. Er erfuhr damals, dass der Gretzenbacher Musikverein Unterstützung suchte und entschloss sich, mitzumachen.

Zum dritten Mal organisiert der Musikverein nun das Jahreskonzert zusammen mit der Gretzenbacher Laienspielgruppe. Beide Gruppen profitierten davon, dass mehr Zuhörer den Weg an den Anlass finden.

Warum Musik und Theater kombinieren?

Einen Bezug aufeinander nehmen die musikalischen Stücke und das Theater jedoch meistens nicht. «Die Laienspielgruppe spielt vor allem traditionelle Stücke, wir können aber nicht nur Ländler spielen», erklärt Vereinspräsident Gugger diesen Umstand.

Die Rückmeldungen seien bisher positiv gewesen: «Die Kombination aus Musik und Theater kam jeweils sehr gut an.» Bereits zuvor lud der Musikverein verschiedene Vereine aus der Umgebung zum zweiten Teil des Jahreskonzerts ein, zum Beispiel einen Jodler- oder Kinderchor oder etwa Dudelsackspieler.

Die Zusammenarbeit mit der Laienspielgruppe kam zustande, als Gugger 2015 Präsident wurde und es einen Wechsel bei den Mitgliedern in der Theatergruppe gab. «Das brachte frischen Wind», stellt Alexandra Kuhn fest, Präsidentin der Laienspielgruppe.