Schönenwerd
Auf der «ewigen Bauruine» soll es jetzt in den Endspurt gehen

Die «ewige Baustelle» auf dem Kopp-Areal in Schönenwerd dürfte in ein paar Monaten ihren Abschluss finden. In der ehemaligen Fabrik entstehen Wohnungen.

Verena Fallegger und Raphael Karpf
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Der Unstimmigkeiten rund um das alte Silo (links im Bild) sind beigelegt, bald soll es auf der Baustelle weitergehen.

Der Unstimmigkeiten rund um das alte Silo (links im Bild) sind beigelegt, bald soll es auf der Baustelle weitergehen.

Bruno Kissling

Es ist eine lange Geschichte, die langsam aber sicher zu Ende geht: der Umbau der alten Möbelfabrik auf dem Kopp-Areal in Schönenwerd. In diesem Gebäude sollen diverse Wohnungen entstehen. Ihren Anfang fand die Geschichte im Jahr 2012 und laut Projektleiter Josef K. Büeler von der «Büeler & Partner AG» aus Urdorf soll sie Mitte 2019 ihr Ende finden.
An der Baumstrasse 14 in Schönenwerd wurde im Jahr 2012 ein «Tag der offenen Tür» gefeiert. Die alte Fabrik konnte besichtig werden und auf farbigen Plänen wurden Loft- und Eigentumswohnungen angepriesen. Das Interesse war gross, der Bauherr zeigte sich zufrieden. Damals liess Gemeindepräsident Peter Hodel verlauten: «Das Projekt entspricht den neusten raumplanerischen Tendenzen für eine sinnvolle Raumnutzung.» Die Auflagen von Gemeinde und Kanton wurden eingehalten, das Projekt schliesslich abgesegnet.

Danach herrschte für zwei Jahre Funkstille. Auf die Frage im Jahr 2014, ob Schönenwerd in Vergessenheit geraten sei, antwortete Büeler: «Nein, wir haben das Projekt nicht vergessen. Wir suchen einen Endinvestor.» Dieser wurde schliesslich gefunden. Grundstückeigentümer und Bauherr ist die «Phase 1 AG», die ehemalige «Möbelfabrik Schönenwerd AG». Zeichnungsberechtigte Person dieser AG: Josef K. Büeler.

Baustart 2016

Im April 2016 fuhren dann die ersten Bagger auf. Das Areal wurde aufgeräumt und die Arbeiten am bestehenden Fabrikgebäude wurden aufgenommen. Ein hörbares Aufatmen ging durch die Bevölkerung. «Der Schandfleck kommt weg», war zu Hören gewesen. Mit der Zeit entstand ein Neubau mit fünf Eigentumswohnungen. Die Attikawohnungen wurden verkauft und sind bezogen. Die Stellplätze und Carports für die Autos auf der östlichen Seite des Grundstückes sind fast fertig. Und auch im mittlerweile beinahe ganz ausgehöhlten Fabrikgebäude gingen die Arbeiten gut voran. Der neue Dachstuhl war erstellt, die Fortschritte augenfällig.

Baustopp 2018

Im Spätsommer 2018 wurden dann aber plötzlich sämtliche Bauarbeiten eingestellt. Die Baubehörde der Gemeinde sprach einen Baustopp gegen den Ausbau des ehemaligen Heizsilos aus. Die Handwerker zogen ab und nur noch der Kran bewegte sich im Wind. Grund für den Stopp: Das Areal befindet sich in einer Bauzone W2, wie der Schönenwerder Bauverwalter Michael Purtschert erklärt. Heisst: Nur Wohngebäude mit ein bis zwei Vollgeschossen sind erlaubt. In der ursprünglichen Planung wurde dies berücksichtigt, nur im unteren Teil des Silos waren deshalb Wohnungen geplant. Im oberen Teil hätte es einen «Hobbyraum» geben sollen. Damit wären die Zonenvorschriften eingehalten worden.

Dann sei es aber zu Planänderungen gekommen, auf einmal seien Wohnungen im oberen Teil des Silos eingeplant gewesen, so Purtschert. «Deshalb haben wir den Baustopp verhängt.» Nun soll wieder das ursprüngliche Projekt mit «Hobbyraum» realisiert werden, der Baustopp ist mittlerweile aufgehoben. Auf der Baustelle soll es bald weitergehen: «Die Arbeiten werden in den nächsten Wochen wieder aufgenommen», so Büeler. Der Ausbau sei insgesamt schon weit fortgeschritten, erklärt er. Das Dach ist vor zwei Wochen gedeckt worden und der Innenausbau wie Küchen, Böden, Bäder ist soweit fertiggestellt. Sobald die Aussenisolation angebracht ist, wird auch das Gerüst entfernt werden. «Dann sieht alles schon gemütlicher aus», betont der Projektleiter.

Der Neubau mit den fünf Eigentumswohnungen ist schon seit längerem bezugsbereit. Sobald die Garten- und Aufräumarbeiten rund um das Gelände fertiggestellt sein werden, dürfte auch das Interesse für alle Wohnungen aufkommen. Denn der momentane Anblick lässt eher wegschauen als hingucken. Wer die Pläne von 2012 noch vor Augen hat, weiss: Die Loftwohnungen mit ihren hohen Decken und grossen Fensterfronten dürften ein spezielles Flair bekommen. Die Wohnfläche ist mit 100 bis 150 Quadratmeter zudem grosszügig veranlagt.

Areal beleben

Mitte Jahr soll das «Kopp-Areal» also zu neuem Leben erweckt werden. Zwar nicht, wie zu den Produktionszeiten der ehemaligen Firma, mit Angestellten, Schreinern und anderen Handwerkern, dafür mit Familien, Paaren und Einzelpersonen, mit jungen und älteren Menschen, die ihre ganz persönliche Individualität ins Quartier einbringen.