Gretzenbach
Asylunterkunft versprayt – Gemeinde setzt Belohung von 500 Franken aus

Unbekannte haben in der Nacht auf Freitag den Eingangsbereich der Zivilschutzanlage in Gretzenbach versprayt. Zur Ermittlung der Verursacher hat die Gemeinde eine Belohnung von 500 Franken ausgesprochen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

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So präsentierte sich die Betonwand am Morgen.

So präsentierte sich die Betonwand am Morgen.

Kapo SO

Ab Ende Mai sollen Asylsuchende in die Unterkunft Täli im Mehrzweckgebäude Grube einziehen. Maximal haben dort 100 alleinreisende Männer Platz.

Noch ist niemand im Durchgangszentrum angekommen, doch schon wurden «Willkommensgrüsse» im Eingangsbereich angebracht.

Die Worte sind drohend. «Fuck you. Ihr kommt! Wir warten!», steht da in schwarzer und roter Schrift.

Die Polizei vermutet, dass die Vandalen zwischen Donnerstag, 16.30 Uhr und Freitag, 7 Uhr die Fassade der Zivilschutzanlage am Jöriweg versprayten. Es entstand erheblicher Sachschaden.

Die Gemeinde Gretzenbach und die Kantonspolizei Solothurn bitten die Bevölkerung bei der Aufklärung der Straftaten um Mithilfe, wie es in einer Mitteilung heisst. Für Hinweise, die zur Ermittlung der Verursacher führen, hat die Gemeinde eine Belohnung von 500 Franken ausgesprochen.

Personen, die Angaben zur Identität der Verursacher machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Solothurn in Olten (062 311 80 80) in Verbindung zu setzen.

Die Anlage soll befristet bis Mai 2017 betrieben werden, ausser die Gemeinde ist mit einer allfälligen Verlängerung einverstanden.

Gemeindepräsident Daniel Cartier nimmt Stellung

Um eine erste Stellungnahme gebeten, meinte Gemeindepräsident Daniel Cartier: «Was soll man da gross sagen? Die Tat ist bedenklich.» Sie richtet sich jedoch gegen die Bevölkerung und weniger gegen die Asylbewerber, welche die Sprayereien nicht in diesem Ausmass aufnehmen werden. Sicherheitsbedenken aber habe er keine. «Wir haben genau gleich viele Erfahrung mit dem Betrieb einer solchen Anlage wie anderswo.» Auch an anderen Orten seien im Vorfeld unschöne Dinge passiert, aber die Sicherheit war danach nicht gefährdet.

(ldu/phf)