Noch liegt das Grundstück brach. Seit rund 15 Jahren ist es unbebaut und ein grüner Fleck mitten in Walterswil. Geht es nach dem Grundeigentümer, muss die Wiese bald einem Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen drin weichen. Der Bauherr ist die E. Floccari Liegenschaften AG mit Sitz in Oftringen.

Nach der Veröffentlichung des Baugesuchs gingen bei der Gemeinde Walterswil gleich drei Einsprachen gegen das geplante Bauprojekt ein. Einerseits wehrte sich ein Anwohner, der die Zufahrt zu seinem Grundstück gefährdet sieht. Andererseits erhob der Gemeinderat von Walterswil selbst zwei Einsprachen gegen das Bauvorhaben. Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm erklärt: «Der Gemeinderat hat in Bezug auf die geplanten Carports Einsprache eingereicht. Wir haben unsere Bedenken angebracht und diese mit dem Bauherrn besprochen.» Dieser habe nun die Parkplatzsituation nochmals überdacht. «Deswegen haben wir unsere Einsprache zurückgezogen», so Wilhelm auf Anfrage.

Marcel Fischer, der Walterswiler Baupräsident, sagt zur zweiten Einsprache: «Diese ist noch hängig. Dabei geht es um die Gestaltung der Besucherparkplätze.» Dass der Gemeinderat selbst Einsprache gegen ein Bauprojekt erhebt, ist für Fischer ungewöhnlich: «In meinen 13 Jahren als Baupräsident von Walterswil ist das nur sehr selten vorgekommen.» Aufgrund der noch nicht geklärten Einwände von Gemeinderat und Privatperson wurde bisher keine Baubewilligung erteilt.

Dass die grüne Wiese neben der katholischen Kirche dadurch verbaut wird, war kein Grund für die Einsprache: «Bis vor rund 15 Jahren stand dort ein markantes, riesiges Bauernhaus. Nachdem dieses abgerissen wurde, haben sich halt alle an das leere Grundstück gewöhnt», so Wilhelm darum kann sie sich vorstellen, dass sich einige am Bauprojekt störten. Auch die Chilbi, die zum Teil auf dem leeren Grundstück stattfand, muss sich einen neuen Ort suchen.