Winznau

Anwohner kritisieren: «Den Einfamilienhäusern wird die Sicht verbaut»

Der Informationsabend zeigt: Gerade die direkten Nachbarn des Huttler-Areals in Winznau äussern sich kritisch zur geplanten Überbauung.

Seit etwas mehr als einer Woche läuft die öffentliche Mitwirkung zur Überbauung auf dem Huttler-Areal in Winznau zwischen dem Kreisel bei der Landi und dem Aarekanal. Knapp 30 Interessierte warfen am Informationsanlass zur Mitwirkung im einen Blick auf die Pläne und löcherten die Beteiligten mit Fragen.

Der Gestaltungsplan sieht eine Umzonung von einer Gewerbezone zu einer Wohnzone vor. Weiter werden Vorschriften zur Bauweise gemacht. So muss das Gebiet naturnah bleiben, etwa mit Wiesen und Obstbäumen versehen sein. Diese qualitativen Kriterien müssen auch eingehalten werden, wenn nicht alle fünf Gebäude auf einmal gebaut werden. «Dadurch wird es keine sichtbare Teilbaustelle geben», sagte Daniel Schneider, er ist Planer im Auftrag der Gemeinde.

Weil das Niveau der Oltnerstrasse durch Sanierungen immer weiter angehoben wurde, erlaubt der Gestaltungsplan, dass das Terrain an der höchsten Stelle nahe beim Kreisel bis zu zweieinhalb Meter aufgeschüttet wird und dann gegen das bestehende Nachbarshaus sowie den Kanal gleichmässig abfällt. Insgesamt sind 51 Miet- und Eigentumswohnungen geplant, der früheste Baustart ist im Herbst 2020.

Ist es eine «Mogelpackung»?

Ein Anwohner, dessen Haus neben der geplanten Überbauung steht, kritisierte am Informationsabend die geplante Aufschüttung des Terrains. «Den Einfamilienhäusern nebenan wird die Sicht verbaut.» Den Gestaltungsplan bezeichnete er deswegen als «Mogelpackung»: «Erst werden zweieinhalb Meter aufgeschüttet, dann werden noch mehr Stockwerke gebaut als früher zugelassen.»

Im Anschluss an die offene Runde sagte der Planer dazu, dass es sich keinesfalls um eine «Mogelpackung» handle. Die Aufschüttung löse lediglich das Problem der angehobenen Strasse und betrage nur am höchsten Punkt zweieinhalb Meter. Das zusätzliche Stockwerk werde durch die Umzonung ermöglicht.

«Ich könnte mir gut vorstellen, dort einzuziehen»

Kritische Stimmen waren vor allem von denjenigen zu vernehmen, die unmittelbar in der Nähe der Überbauung wohnen. Positiv äusserte sich etwa Katharina Mori. «Ich könnte mir gut vorstellen, dort einzuziehen, wenn ich mein Haus verkaufe», so die Winznauerin. Auch Sabina Nelson gefällt das geplante Projekt.

Sie äusserte aber Bedenken, ob die Infrastruktur, beispielsweise die Schule, dann noch ausreichen würde. «Mir ist wichtig, dass das Dorf mithält und weiter attraktiv bleibt», sagte sie. Diese Fragen werden in der anstehenden Ortsplanungsrevision abgehandelt und die Schulinfrastruktur verkraftet laut Gemeinderätin Verena Rutschi Herren die zusätzlichen Einwohner.

Bauprojekt vor Ortsplanungsrevision

Ein weiterer Winznauer fand die geplante Überbauung schön, zweifelte aber an der Idee, Eigentums- und Mietwohnungen im selben Gebäude unterzubringen. «Diese Mischung ist nicht ideal, wenn die Mieter wechseln», sagte er.

Ein anderer Anwesender störte sich daran, dass derzeit Detailplanungen sowohl beim Huttler- als auch beim Büelacker-Areal gemacht werden, die Ortsplanungsrevision aber erst noch ansteht. Auf Anklang stiess hingegen, dass praktisch nur Parkplätze in der Tiefgarage gebaut werden. «Dieser Mehraufwand war es uns wert, um einen parkähnlichen Charakter rund um die Überbauung zu erhalten», sagte Dominik Näf nach der Versammlung. Er ist zusammen mit seinem Bruder Roger Näf Eigentümer des Areals.

Auch Gemeindepräsident Daniel Gubler teilte die Einschätzung, dass die Wahrnehmung grundsätzlich positiv sei. Er zeigte aber auch Verständnis für ablehnende Stimmen: «Es gibt bei Direktbetroffenen immer Widerstand, wenn sich etwas ändert.» Noch bis zum 25. Mai können schriftliche Mitwirkungsbeiträge eingereicht werden.

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