Ein Fussgängerstreifen wird zum Zankapfel: Nachdem Kantonsrat Rolf Sommer (SVP) gegen die Ausführung der Strassensanierung an der Niederämterstrasse in Dulliken beim Kanton intervenierte, bekam er teilweise recht. Nun wurden Anpassungen vorgenommen, die Bauarbeiten werden aber nicht verzögert.

Der Grund für die Sanierung des Fussgängerübergangs «Im Schäfer» ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit, wie das das kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) letzte Woche gegenüber dieser Zeitung sagte.

An besagter Stelle mussten die Fussgänger bis anhin über eine sechs Meter breite Strasse gehen, ohne in der Mitte einen Sicherheitshalt einlegen zu können. Bei einer Verkehrsfrequenz von 17'500 Fahrzeugen am Tag gefährlich. Abhilfe soll nun eine Verkehrsinsel schaffen. Die Bauarbeiten laufen seit dem 28. September und werden bis Mitte November abgeschlossen sein.

Beim Fussgängerstreifen «Im Schäfer» wird die Niederämterstrasse täglich von rund 17'500 Fahrzeugen befahren.Bruno Kissling

Beim Fussgängerstreifen «Im Schäfer» wird die Niederämterstrasse täglich von rund 17'500 Fahrzeugen befahren.Bruno Kissling

Verschlechtert, nicht verbessert

Auf die Intervention Sommers hin überprüfte Daniel Wassmer vom Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) die geplante Strassenführung. Er kam zum Schluss, dass die gewählte Variante Fussgängerschutz grundsätzlich nicht falsch sei. Dies teilte er Sommer in einer Mail mit, welche dieser Zeitung vorliegt.

Auf der Nordseite sei die Gemeindestrasse «Im Schäfer» bereits heute – trotz Einbahn Richtung Norden – für Lastwagen nicht normenkonform an die Kantonsstrasse angeschlossen. Die Lastwagen müssten deshalb momentan auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Dieser Mangel werde aber mit dem Projekt behoben.

Auf der südlichen Strassenseite sei die Einfahrt der Privatstrasse «Im Bad» heute bereits nicht normenkonform. Dies hätte sich mit der Strassensanierung nicht geändert. Der Strassenanschluss hätte sich «zugegebenermassen eher verschlechtert, als verbessert», wie Wassmer weiter schreibt.

Jedoch sei vorgesehen, im Zusammenhang mit dem Neubau des Wohn- und Geschäftshauses an der Stelle des ehemaligen Restaurant Kreuz die Privatstrasse auszuweiten. Dies zeige, dass das Projekt aus Sicht des AVT nach wie vor gerechtfertigt werden könne.

Doch die Abstimmung mit der Gemeinde und insbesondere mit dem Investor des Neubaus müsse nachgebessert werden. Deshalb hatte Wassmer noch am letzten Freitag verfügt, dass erst weiter gebaut werden soll, wenn die Unstimmigkeiten geklärt sind.

Die erwähnten Unklarheiten wurden nun aus der Welt geschafft, wie Projektleiter Daniel Zimmermann vom AVT auf Anfrage erklärte. Noch gestern wurde die Situation vor Ort mit Vertretern des zuständigen Ingenieurbüros und der Gemeinde diskutiert und Anpassungen vorgenommen.

Grundsätzlich werde am Ausführungsprojekt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Wunsch der Gemeinde festgehalten. Die Kopfinsel soll nun aber nur noch markiert und nicht, wie zuerst geplant, baulich ausgestaltet werden.

Dies habe zur Folge, dass ein Teil der Kosten eingespart werden könne. Zudem werde es dadurch möglich, dass Lastwagen, welche von der Privatstrasse «Im Bad» herkommen, ohne weiteres nach links in Richtung Olten abbiegen können. Ob dies mit der geplanten Überbauung «Im Bad» überhaupt benötigt wird, sei noch nicht bekannt.

Von einem Fehler in der Planung will Zimmermann jedoch nicht sprechen. Man habe sich primär auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit der Fussgänger konzentriert und den Fussgängerstreifen, wie von der Gemeinde gewünscht, möglichst an diesem Ort zu belassen.

«Die Probleme haben wir bereits im Vorfeld erkannt und sind bewusst Kompromisse eingegangen», sagt Daniel Zimmermann. Die Bauarbeiten würden durch die Projektanpassungen nicht verzögert und wie geplant abgeschlossen.