Niedergösgen

An der Buma Expo gibts Schweizer Design zum Anfassen

Die Buma Expo in Niedergösgen zeigt einen Querschnitt durch das einheimische Möbelschaffen.

Auf Podesten stehen nierenförmige Tische und Stühle mit bezogenen Armlehnen, in der Ecke ist ein Bett aus Metallrangen platziert. Eine Leuchte aus dem Zürcher Volkshaus verbreitet Licht, eine Sitzgruppe lädt zum Verweilen ein. Was aussieht wie ein Museum, ist eine Verkaufsausstellung für besondere Möbel aus der Schweiz.

Die Firma Buma, domiziliert im Mühledorf bei Niedergösgen, hat sich auf den Handel mit sogenannten Vintage-Möbeln spezialisiert. In ihrem Angebot finden sich wertvolle Einzelstücke, entworfen von Künstlern wie Max Bill, aber auch kaum mehr bekannten Namen. Nach rund einem Jahr Vorarbeit ist eine besondere Verkaufs-Ausstellung entstanden, die «Buma Expo» zu zweihundert Schweizer Möbelklassikern.

Das Bauhaus in Weimar und Dessau veränderte auch die Schweizer Wohnstuben. Vor gut hundert Jahren begann eine Entwicklung, die zwar nicht abgeschlossen, im Zeitalter der Wegwerf-Einrichtungen aber nurmehr eine Liebhaber-Käufergruppe anspricht: Die Schweizer Qualitätsmöbel. Firmen wie Embru oder Horgenglarus sind heute noch auf dem Markt präsent. Architekten entwarfen Möbel für diese Hersteller und schufen dadurch Design-Ikonen des 20. Jahrhunderts.

Der Ausschlag, zweihundert Möbelstücke zu zeigen, dazu kam von der persönlichen Begeisterung der beiden Inhaber: «Wir sind grosse Fans von Schweizer Möbeln», sagt Michael Fischer, der zusammen mit Pascal Bucheli das Geschäft führt. Als Handwerker führen sie auch praktische Aufgaben aus, Fischer ist gelernter Schreiner, Bucheli gelernter Sattler. Oft kommen die Möbel in einem pflegebedürftigen Zustand in die Werkstatt, bevor sie für den Verkauf bereit sind. Oberflächen müssen aufgefrischt, Schubladen repariert, Polster ersetzt werden. Die Möbel sind meist fünfzig bis achtzig Jahre alt und tragen die Spuren ihrer vormaligen Besitzer. «Einfach nur putzen reicht nicht mehr,» erklärt Fischer.

Katalog dokumentiert Ausstellung

Bucheli und Fischer präsentieren die Möbel in einem Rundgang, der wie eine Zeitreise durch das zwanzigste Jahrhundert wirkt. Ein Katalog von 270 Seiten dokumentiert die ausgestellten Möbel. Um die Stücke an besonderen Orten abzulichten, fuhren Fischer und Bucheli mit dem Fotografen zwei Wochen durchs Niederamt. Auch der Laie erkennt beim Blättern durch das sorgfältig hergestellte Buch: Das Schweizer Möbeldesign besteht aus mehr als der Liege von Le Corbusier.

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