Niederamt

An Carl Lutz und seine Budapester Rettungsaktion erinnert

Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Kreisschule Mittelgösgen in Bern (v.l.n.r.): Flavia Lüscher, Lara Lauber, Angela Jaun, Agnes Hirschi, Jaël Baumann, Adrian Soland und Luca Imperia.

Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Kreisschule Mittelgösgen in Bern (v.l.n.r.): Flavia Lüscher, Lara Lauber, Angela Jaun, Agnes Hirschi, Jaël Baumann, Adrian Soland und Luca Imperia.

Niederämter Schülerinnen und Schüler lasen Briefe an die Stieftochter Agnes Hirschi bei offiziellen Holocaust-Gedenkanlass in Bern.

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Auf Einladung der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), zusammen mit dem Historischen Dienst des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) trafen sich am vergangenen Montagabend im Konservatorium von Bern rund 200 Gäste zu einer Gedenkfeier. Unter ihnen befanden sich sechs ehemalige und neun jetzige Schülerinnen und Schüler der Kreisschule Mittelgösgen.

Der Grund für diese Teilnahme liegt ein gutes Jahr zurück: Lehrer Philipp Müller lud Agnes Hirschi (82) anlässlich des 3. Holocausttages der Kreisschule Mittelgösgen an die Schule ein. Die Stieftochter des Schweizer Diplomaten Carl Lutz (1895-1975) berichtete von der Rettungsaktion, bei der Lutz während des Zweiten Weltkrieges mehrere zehntausend Jüdinnen und Juden in Budapest vor der Deportation bewahren konnte. Agnes Hirschi erhielt anschliessend Dankesbriefe der Schülerinnen und Schülern, was diese bewog, einige der Absenderinnen und Absender zur offiziellen Gedenkfeier einzuladen. Dreizehn von ihnen haben ihre Briefe an Agnes Hirschi vor dem Publikum vorgelesen.

«Ich habe den Eindruck, dass der Anlass die Schülerinnen und Schüler sehr bewegt hat», sagt Gabriela Dömötör, die Geschäftsführerin der Carl-Lutz-Gesellschaft. «Wir wollen mit Jugendlichen arbeiten, dass auch in einer Zeit ohne Zeitzeugen die Erinnerung an die Vergangenheit lebendig bleibt.»

Müller lobt seine Schülerinnen und Schüler: «In so einer erlauchten Gesellschaft, in Anwesenheit der Botschafter von Israel, den Vereinigten Staaten, Polen, Deutschland, Luxemburg, Österreich und Ungarn, der Nationalratspräsidentin Isabelle Moret und mehreren Holocaust-Überlebenden war dies eine anspruchsvolle Aufgabe. Doch die Jugendlichen haben diese Aufgabe bravourös gelöst, haben diese würdige Feier bestens unterstützt und somit ihren Beitrag für eine wichtige Sache geleistet.»

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