Kienberg
Ammeler Wasser für Kienberger Durst

Für die Notwasserversorgung und eine Löschwasserreserve beteiligt sich die Solothurner Gemeinde am neuen Reservoir von Anwil.

Christian von Arx
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Ein Pumpwerk zur Notwasserversorgung. (Symbolbild)

Ein Pumpwerk zur Notwasserversorgung. (Symbolbild)

AZ

Wer nicht im Geld schwimmt, darf sich ein Schnäppchen nicht entgehen lassen. «Der Kanton Solothurn verlangt von den Gemeinden eine Notwasserversorgung, das hatten wir bisher nicht», legte Gemeindepräsident Roger Meier den 30 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung dar.

Jetzt brauche Baselbieter Nachbargemeinde Anwil ein neues Reservoir, der Standort liege auf Boden von Kienberg: Das neue Reservoir der Ammeler komme 640 Meter vom bestehenden der Kienberger entfernt zu liegen. «Das ist die Gelegenheit, günstig zu einer Notwasserversorgung zu kommen», erklärte Meier. «Wir müssen nur die Leitung, die Pumpe und das Zählwerk bauen.»

Vom Gesamtbetrag von 380 000 Franken entfallen 160 000 Franken auf Kienberg, daran zahlen Gebäudeversicherung und Kantons noch erhebliche Beiträge. Dass dies ein gutes Geschäft sei, schien den Anwesenden so klar, dass sie keine Fragen stellten.

Löschwasserreserve sichern

Doch Trinkwasser für den Notfall (beispielsweise bei einer Wasserverschmutzung) ist nicht der einzige Vorteil des neuen Reservoirs von Anwil. «Unser eigenes Reservoir ist zu klein, uns fehlen 100 Kubikmeter Löschwasser», fuhr Roger Meier zum nächsten Traktandum fort. Die Lösung lag auf der Hand: «Anwil baut sein Reservoir 100 m3 grösser, wir bezahlen die Mehrkosten von 100 000 Franken.»

Auch dazu werde es Beiträge vom Kanton geben. An den Unterhalt des Reservoirs müsse Kienberg nichts beitragen, wie der für Bau, Werke, Energie zuständige Gemeindevizepräsident Dieter Baumann auf die entsprechende Frage beruhigte. Der Gemeindepräsident war auch hier überzeugt: «Das müssen wir machen, das ist die Gelegenheit.»

Ein Tolggen im Reinheft zeigte sich bei diesem Geschäft: «Es wäre besser gewesen, wenn ihr die betroffenen Landbesitzer informiert hättet», bemerkte Bauer Beat Nyffenegger, über dessen Land das grösste Stück der neuen Leitung führen wird.

Er sei nur von Anwil, nicht aber von Kienberg kontaktiert worden. «Das war falsch», gab der Gemeindepräsident kleinlaut zu. Trotzdem stimmte die Versammlung beiden Wasser-Geschäften einstimmig zu.

Ruedi Zieglers letztes Budget

Das Budget 2017 gab keinen Anlass zu Aufregung, weder im positiven noch im negativen Sinn: Ein «Schwarze Null» in der Erfolgsrechnung, aber zu wenig Überschuss, um die Investitionen voll finanzieren zu können; insgesamt ein Anstieg des Vermögens und damit weit im grünen Bereich bei der Schuldenbremse; gleichbleibender, aber sehr hoher Steuerfuss von 135 Prozent (Eckzahlen siehe Kasten). Das Budget wurde einstimmig genehmigt.

Finanzverwalter Ruedi Ziegler beschönigte nichts: Angesichts der bereits bekannten Investitionen der nächsten Jahre werde die Verschuldung steigen und der Abschreibungsbedarf zunehmen. «Unter diesen Voraussetzungen wird ein ausgeglichener Haushalt eine grosse Herausforderung der nächsten Legislaturperiode.»

Für diese Aufgabe wird sich der Gemeinderat neue Unterstützung suchen müssen, denn Ruedi Ziegler wird sein Amt in Kienberg auf Ende Juni 2017 (mit dem Rechnungsabschluss 2016) abgeben.

Er führt die Finanzverwaltung seit 2006, zuerst in einem Auftragsverhältnis für seine Firma Gemhelp, seit 2013 in einem Angestelltenpensum von 20 Prozent. Er bereitet sich auf seine Pensionierung vor und wird auch seine Engagements in anderen kleinen Gemeinden (so in Wisen und Hauenstein-Ifenthal) abgeben.

Kommandantenhelm übergeben

Nicht nur «Diverses», sondern auch noch «Spezielles» stand am Ende der Traktandenliste. Nach dem Löschwasser vom Anfang war der Schluss der Feuerwehr gewidmet: Die zuständige Gemeinderätin Susanne Rippstein übergab Thomas Heinzelmann symbolisch den Kommandantenhelm.

Er hatte vor einem Jahr den Feuerwehrkommandantenkurs im ifa Balsthal erfolgreich bestanden und wurde vom Gemeinderat auf den 1. Januar 2017 zum Hauptmann befördert. Als neuer Kommandant der Kienberger Feuerwehr wird er Christian Wenger ablösen.

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