«Vom Schattendasein der Farben.» Der Titel der aktuellen Ausstellung im Dorfmuseum Lostorf ist in jedem Bild wiederzuerkennen. Piero Ambrosone stellt Fotos aus den vergangenen zehn Jahren aus. «Ich fragte mich: Wenn unter Wasser alles so farbig ist, warum sehe ich das nicht?» Der Lostorfer ging dieser Fragestellung nach und fand eine Antwort: «Wegen der Filterwirkung des Wassers», erklärt der 59-Jährige.

Das Dorfmuseum liegt direkt an der Hauptstrasse und befindet sich in einem ehemaligen Taunerhaus, das Ende des 18. Jahrhunderts gebaut wurde. Der Verein Dorfmuseum Lostorf betreibt und unterhält die Ausstellungsräume. Das Museum ist im Mai und Juni sowie im September und Oktober jeweils sonntags geöffnet.

«Diese Fotos überraschen»

Die Wechselausstellung mit Ambrosones Fotografien ist im Dachgeschoss des altehrwürdigen Hauses untergebracht. Ambrosone hat gleich mehrere Lieblingsfotos: «Der Eyecatcher ist das Foto eines Banggai-Kardinalbarschs vor einem knallroten Seeigel», sagt der Fotograf. Doch genau dieses Foto habe besonders viel Zeit in Anspruch genommen. Die Bearbeitung des Rohmaterials habe mehrere Stunden gedauert, erzählt Ambrosone.

Daneben möchte der Lostorfer auch auf die Makro-Aufnahmen hinweisen. Sie sind prominent in den kleinen Nischen unter dem Dach des Dorfmuseums aufgestellt. Ambrosone: «Diese Fotos überraschen, denn so nah und detailliert sieht man die Unterwasserwelt selten.»

Die Unterwasserfotografie ist schon seit mehr als 18 Jahren das Hobby des Zahntechnikers. Um die Übung nicht zu verlieren, trainiert Ambrosone immer wieder mit dem Tauchklub Olten in der Badi: «Dann nehme ich kleine Plastikfische mit, die ich unter Wasser fotografiere.» Seine Leidenschaft für die Fotografie entfachte sich bereits im Alter von 18 Jahren.

Pro Jahr unternimmt er ein bis zwei grössere Reisen. Indonesien ist sein Lieblingsgebiet, denn «es gibt am meisten her», so Ambrosone. In diesem «Hot-Spot der Biodiversität» geht er in den dreiwöchigen Ferien zwei oder gar drei Mal pro Tag auf Tauchgang. Immer mit dabei: seine Partnerin. Ambrosone sagt: «Ohne sie würde es nicht gehen. Sie hält mir den Rücken frei, wenn wir tauchen.» So könne er sich auf seine Spezialität, das Fotografieren, konzentrieren.

Für den internationalen Museumstag, der morgen Sonntag stattfindet, hat sich das Dorfmuseum Lostorf etwas Besonderes einfallen lassen. Zum einen wird Fotograf Ambrosone vor Ort anwesend sein und Fragen zu seinen Unterwasserfotos beantworten. Ausserdem organisiert der Verein einen Kinderworkshop zum Thema «Zwerge basteln Zwerge». Dieser findet ab 10 Uhr oder zwischen 14.30 und 16 Uhr statt. Zudem erzählt Regula Greppi-Caduff zwischen 11 und 14 Uhr Märchen. Beide Angebote sind kostenlos und für Kinder zwischen vier und acht Jahren geeignet.