Gegen 70 Personen konnte Gemeinderätin Susanne Rippstein am Samstag beim Waldhaus Kienberg zum Banntag begrüssen. Zwischen dem ältesten und dem jüngsten Teilnehmer lagen wohl 70 Jahre Altersunterschied. Die Präsenz von Gästen war beeindruckend: Die Gemeindepräsidenten aus Erlinsbach SO, Rohr und Wölflinswil machten die fast dreistündige Wanderung durch das steile Waldgebiet an Heimetsädel, Schnäpf und Lammet mit, auch Wittnau, die Bürgergemeinde Niedergösgen und die Forstbetriebsgemeinschaft Gösgeramt waren prominent vertreten.

242 Hektaren Wald finden sich in Kienberg, davon ein guter Anteil Privatwald. Als Baumart dominiert die Buche, während die Fichte mit viel Aufwand gegen den Druck der Buchen verteidigt werden muss, wie Revierförster Markus Lüdi schilderte. Gerne erwähnte er, dass die neue Waldstrasse im Heimetsädel jetzt viel besser «zwäg» sei als auf der Oltinger Seite.

Die Jagdgesellschaft Hubertus zählt 150 bis 180 Rehe im Revier und reguliert den Bestand, indem sie jährlich 30 bis 40 erlegt. In Absprache mit den Bauern schützt sie die Kitze im Gras vor dem Mäher. In Kienberg sind 74 Hektaren Weide- und Wiesland Teil des kantonalen Mehrjahresprogramms Natur und Landschaft. Der Erfolg zeigt sich über Jahrzehnte an der Zunahme seltener Blumen und Gräser, Insekten und Vögel, wie die Beauftragte Jeannette Schoop an einer artenreichen Wiese im Lammet zeigte.

Etwas Besonderes war dieser Banntag für den 74-jährigen Richard Gubler: «Ich bin seit 50 Jahren in der Forstkommission», meinte er, «auf Ende dieser Amtsperiode höre ich auf.» «Richi» Gubler ist das Langzeitgedächtnis des Kienberger Waldes. Sohn Martin wird die Familientradition weiterführen.