Trimbach
Altglas, Alu und viel Ärger

Seit einem Monat gilt in Trimbach ein neues Abfallsystem. Jeden Montag wird eine mobile Sammelstelle an einem anderen Ort im Dorf aufgestellt, die vorherigen stationären Recyclingstationen sind Geschichte. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass sich Anwohner etwa über den Standort Gugen-/Malzmatt-/ Brückenstrasse ärgern.

Kelly Spielmann
Drucken
Teilen
Eine Anwohnerin entsorgt an der mobilen Sammelstelle Gugen- / Malzmatt- / Brückenstrasse ihre PET-Flaschen.

Eine Anwohnerin entsorgt an der mobilen Sammelstelle Gugen- / Malzmatt- / Brückenstrasse ihre PET-Flaschen.

Bruno Kissling

Seit Beginn des Jahres gilt in Trimbach ein neues Abfallregime. Die festen Sammelstellen Zitronenschnitz, Rössli, Mühlematt, Malzmatt und Rankwog wurden aufgelöst und durch mobile Sammelstellen ersetzt.

Jeden Montag können die Trimbacher so ihre Recyclinggüter an einem anderen Standort entsorgen: am ersten Montag des Monats beim Zitronenschnitz, dann beim Coop, am dritten Montag beim Lidl und zum Schluss beim Dreieck Gugen- / Malzmatt- / Brückenstrasse.

Die Recyclingsammelstellen werden jeweils um 7.30 Uhr hingestellt und um 17 Uhr zum Recyclingcenter Rippstein gebracht. Zusätzlich können die Anwohner ihr Altglas sowie Blech- und Aludosen während der Öffnungszeiten direkt beim Center an der Industriestrasse abgeben.

Grund für das neue Entsorgungssystem: Bei den alten Sammelstellen wurde viel gebührenpflichtiger Abfall liegengelassen, welchen die Gemeinde entsorgen musste. Auch Lärmbeschwerden gab es viele. Das neue System soll dies nun mit den festgelegten Öffnungszeiten lösen.

Anwohner sind unzufrieden

Die neue Regelung sorgt bei gewissen Trimbachern jedoch schon nach drei Wochen für rote Köpfe: «Das alte System habe ich viel besser gefunden», äussert sich eine Anwohnerin. Besonders für ältere Menschen ohne Auto finde sie das neue System eine schlechte Idee.

«Diese müssen ihre Glasflaschen einen ganzen Monat zu Hause lagern, bis die Sammelstelle endlich in ihrer Nähe ist», sagt sie. Auch, dass keine Sammelstelle aufgestellt wird, wenn der Montag auf einen Feiertag fällt, bemängelt sie, denn nach Festen wie Ostern oder Pfingsten habe sie besonders viel Glas zum Entsorgen.

Auch Susanne Ursprung kann sich mit der neuen Ordnung nicht anfreunden, denn die Sammelstelle Gugen- / Malzmatt- / Brückenstrasse liegt direkt vor ihrer Haustür. «Es ist eine absolute Frechheit, eine Altglassammelstelle vor einem Dreifamilienhaus aufzustellen», ärgert sie sich.

Da sie und andere Mieter ihre Schlafzimmerfenster an der Seite des Hauses haben, an welcher sich die Sammelstelle befindet, wecke der Lärm der Glasflaschen die Anwohner jeweils um 7 Uhr morgens.

Auch seien die Anwohner nicht im Voraus über den neuen Standort informiert worden: «Niemand hat uns Bescheid gegeben, dass wir bald eine Recyclingstelle vor unserer Tür haben. Plötzlich war die Markierung am Boden, und dann stand auch schon der Container hier», so die Trimbacherin.

Dass sich nicht alle Einwohner für das neue System begeistern können, bestätigt Markus Zimmermann, Leiter des Recyclingcenters Rippstein. «Die Leute haben sich halt an das alte System gewöhnt, nun sind nicht alle vom neuen begeistert», so Zimmermann.

Ihn persönlich störe das unkorrekte Trennen der Abfälle: «Am ersten Tag hatten wir ein ziemliches Chaos, als die Container zurück zum Center kamen. PET und Plastik wurden nicht richtig getrennt, und die Glasfarben wurden nicht berücksichtigt», so der Centerleiter. Für ihn sei das Nachsortieren mit grossem Mehraufwand verbunden.

Diskussion über längere Standzeiten

Jedoch finden nicht alle Trimbacher die neuen Sammelstellen schlecht. Ein Anwohner erklärt beispielsweise, dass er das neue System vorteilhaft findet, da die Abfallberge bei den alten Stellen ihn gestört haben. Lediglich, dass der Container am ersten Montag beim Coop schon schnell überfüllt war, habe ihn geärgert. Ansonsten freut er sich über die Ordnung an den neuen Stellen.

Positiv betrachtet auch Trimbacher Bauverwalter Pius Schenker die neue Entsorgungsregelung: «Im Grossen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit dem neuen System. Wir überlegen uns aber eine Verlängerung der Standzeiten», so der Bauverwalter.

Denn über die zu kurzen Öffnungszeiten haben sich einige Einwohner beschwert. Was Schenker besonders freut: Das Problem mit dem illegal deponierten Abfall wurde seiner Meinung nach gelöst, denn bei den neuen Sammelstellen wurde bis anhin kaum solcher liegen gelassen.

Aktuelle Nachrichten