Rohr

Gemeindepräsident erzählt in TV-Sendung, wie sein Herz plötzlich zweimal stillstand

André Wyss vor dem Spital in Zams (Tirol). Hierher wurde er mittels Helikopter eingeliefert.

André Wyss vor dem Spital in Zams (Tirol). Hierher wurde er mittels Helikopter eingeliefert.

Rohrs Gemeindepräsident André Wyss berichtet in der Fernsehsendung «Fenster zum Sonntag» vom Glück, noch am Leben zu sein. Er hatte eine Lungenembolie mit zweifachem Herzstillstand.

Endlich Ferien! André Wyss verreiste im September 2018 mit seiner Frau Nicole und der Tochter ins Tirol. Der Gemeindepräsident von Rohr und Kantonsrat fühlte sich nicht besonders fit und freute sich auf die bevorstehende Erholung in der Natur. Die Erschöpfung führte der EVP-Politiker auf den Druck zurück, dem er in Beruf und Politik ausgesetzt ist. Nichts, was ihn beunruhigen würde. In den Ferien würde sein Körper wohl zur Ruhe zu kommen, ist der heute selbstständige Finanzplaner überzeugt.

In der Fernsehsendung «Fenster zum Sonntag», einem christlich orientierten TV-Magazin, berichtet der Rohrer von jenen Momenten, als sein Leben an einem seidenen Faden hing. Die Sendung wurde am vergangenen Samstag auf SRF1 ausgestrahlt und ist bei Youtube online verfügbar (der Beitrag über André Wyss beginnt bei 19:10 Minuten).

Die Sendung «Fenster zum Sonntag» mit André Wyss

Gemeinsam mit seiner Frau und Tochter besuchte er für den gut zehnminütigen Beitrag nochmals den Spielplatz oberhalb von Serfaus, wo sein Herz stillstand. Jener Schicksalstag hätte ein gemütlicher Familienausflug werden sollen. Mitten in der prächtigen Bergwelt spielt Wyss mit seiner Tochter auf einem Spielplatz. Als er aufstehen will, wird ihm schwarz vor Augen, er taumelt, versucht sich noch an einem Pfosten festzuhalten, und fällt dann zu Boden. Er verliert das Bewusstsein und ist nicht mehr ansprechbar. Seine Frau Nicole sieht ihn aus der Distanz am Boden liegen und glaubt zunächst, es sei ein Spiel mit der Tochter. Doch als diese seinen Arm hebt und der sogleich wie ein Stein hinunterfällt, merkt sie, dass «etwas nicht stimmt», wie sie in der Sendung erklärt.

Fritz Erben, Verantwortlicher der Erlebniswelt «Murmliwasser», schildert in der Sendung seine Erinnerungen an diesen Moment. Zunächst schickt er einen seinen Mitarbeiter zu Wyss. Der ausgebildete Sanitäter erkennt sofort den Ernst der Lage, worauf Erben einen Helikopter anfordert. Als dieser eintrifft, bleibt das Herz von André Wyss stehen. Erben beginnt mit einer Herzdruckmassage. Nicole Wyss weiss, dass sie jetzt nicht in Panik ausbrechen darf und betet daneben mit der Tochter. «Ich wusste, ich kann nichts tun», sagt sie im Film. Wyss wird von den Rettungskräften in den Helikopter gebracht. Auf dem Flug erleidet er nochmals einen Herzstillstand und wird nochmals reanimiert. Im Spital St. Vinzenz diagnostizieren die Ärzte eine Lungenembolie mit zweifachem Herzstillstand. Man rechnet mit dem Schlimmsten: Schäden am Herz oder Gehirn werden von den Ärzten nicht ausgeschlossen.

Das Logo des Spitales, ein Kreuz mit einem Herz, gibt seiner Frau Nicole Kraft: «Ich wusste, auch hier an diesem Ort ist Gott», sagt sie vor der Kamera. Wyss bleibt einen Tag im künstlichen Koma. Als ob er nur geschlafen hätte, wacht er wieder auf, ohne die geringste Einschränkung. Die medizinische Ursache für seine Genesung ist unklar, die Ärzte finden keine Antwort. «So spontan wie alles kam, ist alles wieder gegangen» sagt Wyss vor dem Spital, in dem er nur wenige Tage verbringen musste. Er wird in die Schweiz verlegt, wo er nach drei Tagen «als gesunder Mensch» nach Hause gehen darf. Wäre der Herzstillstand einen Tag vorher eingetreten, als Wyss alleine auf einer Wanderung gewesen war, seine Überlebenschance hätte bei nahezu Null gelegen.

Am Telefon meint Wyss heute, schlimm sei das Ereignis vor allem für die Umstehenden gewesen, für ihn selber nicht. «Ich lag im Koma. Ich war mittendrin, aber nicht dabei.»

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