Es tönt fast wie eine Autoalarmanlage. Ist es aber nicht. Das schrille Pfeifen kommt von einer Anlage mitten auf einem Feld in Obergösgen, wo sich kleine Maispflänzchen gegen den Himmel strecken. Für die Anwohner ist das Ganze eine Zumutung. «Der Ton ist so penetrant», sagt Laura De Chiara gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Selbst wenn die Anlage abgestellt sei, habe man das Gefühl, dass man das schrille Läuten immer noch höre. 

Sepp Eng fühlt sich draussen auf seiner Terrasse nicht mehr wohl. «Ich kann es gar nicht mehr geniessen. Wenn ich eine Viertelstunde hier sitze, verleidet es mir und ich muss rein. Das ist einfach ein ekliger Ton.»

Die nervende Anlage hat eine ganz konkrete Aufgabe: Sie soll Krähen davon abhalten, sich an den zarten Maispflänzchen gütlich zu tun. Schon zwei mal haben die Vögel dieses Jahr die biologische Saat auf dem Feld kaputt gemacht. Weil diese speziellen Samen nicht mit einem Mittel versetzt sind, die sie für Vögel ungeniessbar machen, sind sie nicht geschützt.

«Fliegende Vögel oder Vogelscheuchen: Wir haben diverse Massnahmen ergriffen», erklärt Landwirt Peter Bühler. Das habe aber alles nichts genutzt. «Das ist die einzige Möglichkeit, die wir noch haben.» Sonst wachse in diesem Jahr nichts mehr auf dem Feld. Bühler appelliert an die Quartierbewohner. «Dass wir hier biologisch anbauen und keinen Kunstdünger einsetzten, sollte auch etwas Wert sein.»

Rechtlich gesehen hat alles seine Ordnung. Die Anlage steht mehr als 200 Meter weit entfernt von den Häusern. In zirka einer Woche ist der Mais gross genug und kein Futter mehr für die Krähen. Dann kann die Pfeif-Anlage abgestellt werden. (ldu)