Niedergösgen
Alle Beschwerden abgelehnt: Der Auenpark ist nicht das Problem, aber die Verkehrslage

Der Gemeinderat Niedergösgen lehnt die Einsprachen gegen Gestaltungsplan Auenpark ab und konzentriert sich auf Verkehrslösung.

Christoph Zehnder
Drucken
Teilen
Auenpark Niedergösgen
3 Bilder
 130 Wohneinheiten soll der Auenpark dereinst umfassen.
 Von Seite der Einsprecher sind auch Ideen eingegangen: Zum Beispiel der Bau eines Fussgängerwegs von der Hinteren Schachenstrasse in die Jurastrasse.

Auenpark Niedergösgen

Bruno Kissling

Das Projekt ist umstritten. 130 Wohneinheiten soll die Siedlung Auenpark in Niedergösgen dereinst umfassen. Es hagelte Einsprachen aus der Bevölkerung. Der Gemeinderat hat die Beschwerden nun abgelehnt und den Gestaltungsplan genehmigt. Der Plan sei recht- und zweckmässig und entspreche sowohl den gültigen Normen als auch dem rechtsgültigen Erschliessungsplan.

Wie sich gezeigt hat, rührt der Unmut vieler Einsprecher nicht direkt vom Bauprojekt her, sondern vielmehr von der Verkehrssituation. Nachdem auch noch Zweifel am Verkehrsgutachten lautgeworden waren, liess der Gemeinderat im Sommer ein Fachgutachten erstellen.

Dieses bestätigte die gemachten Verkehrsmessungen. Der Verkehr sei immer auch eine Frage der eigenen Wahrnehmung, meint Gemeindeschreiberein Antonietta Liloia: «Oft müssen Autofahrer schon heute lange warten, wenn sie von der Schachen- in die Hauptstrasse in Richtung Schönenwerd einbiegen wollen.»

Neue Ideen

Viele befürchten, dass die Situation am Börsenplatz durch den Auenpark noch verschärft wird und argumentieren mit Zahlen. Sie gehen von zwei Autos pro Wohnung aus, während im Gutachten mit einem Fahrzeug pro Wohnung gerechnet werde. «Man darf ausserdem nicht vergessen, dass die 130 Wohnungen ja nicht auf einen Schlag gebaut und bezogen werden», gibt die die Gemeindeschreiberin zu bedenken.

Nach der Einspracheverhandlung im September bot der Gemeinderat eine weitere Gelegenheit zur Aussprache, wo einige Einsprecher erneut ihren Unmut äusserten. Es wurden aber auch Ideen eingebracht.

So zum Beispiel die eines Fussweges von der Hinteren Schachenstrasse in die Jurastrasse. «Dadurch könnte die Situation entschärft werden», sagt Antonietta Liloia. Der Gemeinderat will dieses Anliegen nun umsetzen.

Kreisel für Börsenplatz

Das Geschäft Auenpark beinhalte eigentlich zwei Punkte, hielt der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung fest: nämlich den Gestaltungsplan mit den Einsprachen sowie die Verkehrssituation am Börsenplatz. Ein Kreisel anstelle der vielbefahrenen Kreuzung war in Niedergösgen schon lange vor dem Auenpark ein Thema.

Jetzt will man gemeinsam mit dem Kanton nach einer Lösung suchen. Denn die Hauptstrasse hat den Status einer Kantonsstrasse, während Jura- und Schachenstrasse in der Verantwortung der Gemeinde liegen. «Wir möchten darum möglicht bald einen Termin mit den Verkehrsplanern des Kantons vereinbaren», sagt die Gemeindeschreiberin.

Souverän entscheidet über Sanierung Schachenstrasse

Die Schachenstrasse soll für 940'000 Franken saniert werden, ebenso wird der Wasserleitungsersatz für 240'000 Franken nötig. Auslöser der geplanten Sanierung ist der sehr schlechte Zustand der Schachenstrasse. Die Sanierung ist in zwei Etappen für die Jahre 2018 und 2019 vorgesehen. Die beiden geplanten Bauprojekte «Aareblick» und «Auenpark» beeinträchtigen die Strassensanierung nicht. Das Kreditbegehren wird der Gemeindeversammlung vorgelegt.

In Kürze:

- 2018 stehen Sanierungen der Kanalisation im Umfang von 171'000 Franken an. Über den Kredit entscheidet die Gemeindeversammlung.

- Das Gebäude Inselstrasse 19 – eines der ältesten auf dem Inseli – muss nach seinem Verkauf an die Kanalisation angeschlossen werden. 30 Prozent der Kosten (39'845.75 Franken) muss die Gemeinde übernehmen. Der Gemeinderat bewilligte das Projekt und vergab den Auftrag an die Firma Andreas Meier AG, Niedergösgen.

- Ab 1. Januar 2018 soll die Sammelstelle beim Werkhof nur noch am Samstagmorgen von 9 bis 12 Uhr offen haben.

- Janine Wimmer wird neue Leiterin der Einwohnerkontrolle. Sie folgt auf Bianca Eichenberger. Der Gemeinderat heisst die neue Mitarbeiterin herzlich willkommen und wünscht der scheidenden Kanzlistin auf ihrem weiteren Weg beruflich wie privat alles Gute.

- Der Gemeinderat hat die Schlussabrechnungen für den Hocheinbau Böschweg sowie für die Neuwegsanierung genehmigt.

- Der Gemeinderat hält am Sekundarschul-Standort Niedergösgen fest. Es sollen weiterhin sechs Klassen (je 1. bis 3. Kurs der Sek E und B) weitergeführt werden. Eine Ergänzung des Schulraums ist derzeit kein Thema. (mgt)

Aktuelle Nachrichten