Trimbach

Acht Jahre Haft für Heroindealer

Unter anderem wegen eines Raubs, welcher hier an der Ecke Industristrasse/Haslistrasse im Oltner Industriequartier geschah, wurde ein heute 28-jähriger Kosovare verurteilt.

Unter anderem wegen eines Raubs, welcher hier an der Ecke Industristrasse/Haslistrasse im Oltner Industriequartier geschah, wurde ein heute 28-jähriger Kosovare verurteilt.

Ein 28-jähriger kosovarischer Rauschgiftdealer mit dem Decknamen «Diamant» wird vor Amtsgericht zu acht Jahren unbedingt verurteilt. Von 2010 bis zu seiner Verhaftung 2013 hat der Täter insgesamt 12,5 Kilogramm Heroingemisch verkauft, dies sieht das Amtsgericht nun als erwiesen an.

Als «klassicher Gango» wurde ein 28-jähriger Kosovare an der Verhandlung vor Amtsgericht von letzter Woche bezeichnet. Ihm wurden diverse Vergehen zur Last gelegt, unter anderem einen Raubüberfall und Rauschgifthandel.

Das Dasein als «Gango» war denn auch keineswegs strafmildernd: Das Amtsgericht befand den 1.90m-Hünen schuldig und brummte ihm 8 Jahre Haft unbedingt auf. Staatsanwalt Philipp Rauber forderte in der Verhandlung von letztem Montag eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten unbedingt, der Pflichtverteidiger hielt mit 28 Monaten unbedingt dagegen.

Laut Gerichtsschreiberin Madeleine Altwegg hat es das Gericht als erwiesen erachtet, dass der Täter in mehreren Fällen insgesamt 12,5 Kilogramm Heroingemisch an den Mann gebracht hatte. Deshalb wurde der Kosovare mit Deckname «Diamant» für Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt.

Während der Verhandlung war noch von 14 Kilo die Rede, doch konnte nicht alles bewiesen werden. Dazu kommt der Verkauf von 20 Gramm eines Kokaingemischs, welcher aufgrund der kleineren Menge als Vergehen und nicht als Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz eingestuft wurde.

Die Taten geschahen zwischen 2010 und 2013 im Raum Trimbach/Olten, Oftringen, Schönenwerd, Lugano und an weiteren Orten. In einem Trimbacher Lokal ging denn auch die Übergabe von kleineren Mengen des Rauschgiftgemischs vonstatten.

Handabdrücke als Beweis

Ebenso ist es für das Gericht erwiesen, dass er an einem Raub beteiligt war, was der 28-Jährige immer abstritt. Dieser Raub fand an der Kreuzung Haslistrasse und Industristrasse in Olten statt, wo er mit zwei Mittätern auf offener Strasse einen Wagenlenker angehalten hat und diesem Portemonnaie und Handy raubte.

Handabdrücke am Auto des Opfers waren für das Gericht Beweis genug, dass er einer der Täter war. Denn ansonsten gäbe es keinerlei nachvollziehbare Gründe, weshalb die Handabdrücke des Täters an das Auto des Opfers hätten gelangen können, so Altwegg.

Die beiden anderen Täter bleiben unbekannt, da die Ermittlungen der Polizei zu keinen weiteren Ergebnissen geführt hatten und der nun verurteilte Täter zu Komplizen schwieg, wie er auch zu anderen Punkten vor Gericht Unwissenheit vorschützte.

Der Verurteilte hat indes einen Teil seiner Haftstrafe verbüsst, sitzt er doch seit Juli 2013 im Gefängnis. Zuerst noch in Untersuchungshaft, danach in vorzeitigem Strafvollzug. Nach seiner insgesamt acht Jahre dauernden Strafe muss der Kosovare zudem die Schweiz verlassen.

Bereits Ende 2013 wurde seine Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert. Weil der Täter im Anschluss an seine Haftstrafe ausgeschafft wird, hat das Gericht zwei frühere Verurteilungen wegen Fahrens ohne gültigen Führerschein von Geld- in Haftstrafen umgewandelt. Dies weil der 28-Jährige die Geldstrafe kaum hätte zahlen können.

Aus dem gleichen Grund wird sich der Staat wohl auch die Gerichtskosten von 43 700 Franken, welche der Täter aufgrund seiner Verurteilung zahlen muss, ans Bein streichen müssen. Laut Reto Gasser, dem Pflichtverteidiger des 28-Jährigen wird momentan geprüft, ob der Fall weitergezogen werden soll. «Sehr wahrscheinlich werden wir in Berufung gehen», erklärt Gasser auf Anfrage.

Untersuchungen gegen Haupttäter

Der eigentliche Drahtzieher hinter dem Rauschgifthandel wird sich auch noch vor Gericht verantworten müssen. Jedoch sei noch nicht klar wann, wie Jan Lindenpütz von der Solothurner Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mitteilte. «Die Untersuchungen gegen den Haupttäter sind noch hängig», so Lindenpütz.

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