Der Lostorfer Gemeinderat hat die Firma Metron AG mit der Erarbeitung einer strategischen Schulraumplanung beauftragt. Im Rahmen dieser Planung wurden Strategievarianten erarbeitet und die Umsetzung überprüft.

Das Ziel war, den Handlungsbedarf zu definieren, damit die Gemeinde mittelfristig den notwendigen Schulraum bereitstellen und den Anforderungen an einen zeitgemässen Schulbetrieb gerecht werden kann.

Im Rahmen der Schulraumplanung wurde für die Entwicklung der Einwohnerzahl ein mittleres Szenario von 4240 Personen für das Jahr 2029 angenommen. Mittel- und längerfristig wird damit gerechnet, dass in Lostorf Platzbedarf für 4 Kindergartenklassen und 12 Primarschulklassen besteht.

Handlungsbedarf aufgezeigt

Die Schulareale und Schulgebäude wurden hinsichtlich Flächen, Raumnutzung, Raumauslastung und Qualitäten analysiert. Handlungsbedarf in qualitativer Hinsicht zeigte sich insbesondere beim Kindergarten Kirchmatt sowie beim Schulhaus 1912.

In der Schule besteht ein vermehrter Integrations- und Individualisierungsbedarf. Auf den gesellschaftlichen Wandel reagiert sie mit neuen Lehr- und Lernformen, die auch im räumlichen Bereich geänderte Anforderungen nach sich ziehen (zum Beispiel Gruppenraumbedarf).

Der zukünftige Schulraumbedarf wird einerseits durch die zu führenden Klassen und andererseits durch das Richtraumprogramm bestimmt. Letzteres berücksichtigt bestehende Richtlinien und Lehrpläne, den Lehrplan 21 (soweit derzeit absehbar) sowie die spezifischen Rahmenbedingungen der Schule Lostorf (pädagogisches Konzept).

Eher Flächen- als Raumdefizit

Der Vergleich des Raumbestandes in den heutigen Schulbauten mit dem Raumbedarf gemäss Richtraumprogramm zeigt detailliert auf, in welchen Bereichen Flächen- und Raumdefizite bestehen beziehungsweise wo Raumüberschüsse vorhanden sind. Die Primarschule weist für die Unterbringung von 12 Klassen insgesamt zu geringe Flächen auf.

Die Flächendefizite betreffen den Gruppenbereich, den Fachunterrichtsbereich inklusive Musikschule, den Administrations-, Lehrer- und Infrastrukturbereich sowie den Schülerbereich (Bibliothek).

Ein kleinerer Teil der Flächendefizite kann durch Raumüberschüsse bei den Klassenzimmern kompensiert werden. Der Kindergarten im Schulhaus 2004 bietet insgesamt genügend Flächen für zwei Klassen. Der Kindergarten Kirchmatt hingegen ist für zwei Klassen deutlich zu klein.

Prinzipiell besteht weniger ein Raumdefizit, sondern ein Flächendefizit. Die markanteste vorgeschlagene Änderung ist die Auslagerung der Abwartswohnung im Schulhaus 1912. Dieser Raum wäre für die Schulleitung und das Schulsekretariat vorgesehen. Zudem ist geplant, ein neues Klassenzimmer mit Gruppenraum zu erstellen.

Es fehlt weiter an einem gedeckten Pausenplatz. Wenn es regnet, sollen sich die Kinder trotzdem im Freien aufhalten können. Problematisch ist die Zufahrt der Feuerwehr und die gesamte Parkierung. Die Überschneidungen mit den Schülerströmen sind das Hauptproblem im Aussenbereich.

Fünf Varianten bewertet

Die Arbeitsgruppe erarbeitete und bewertete fünf Varianten für die zukünftige Verteilung der Schulstufen auf die beiden Schulstandorte sowie den Ausbau des Flächenangebotes. Ziel aller Varianten ist die Bereitstellung von zusätzlichen Flächen für Schulnutzungen, um das ausgewiesene Flächendefizit zu beheben respektive zu lindern.

Für die einzelnen Varianten wurden Grobkostenschätzungen erstellt. Anhand einer Belegungsplanung wurde konkret aufgezeigt, wie die akutesten Platzprobleme der Schule im Rahmen einer pragmatischen Lösung ohne Neubauten mit dem Ziel der Nutzungsoptimierung gelöst werden können.