Montagmorgens ist es jeweils am schlimmsten: Im Schönenwerder Bally-Park liegt Abfall herum: Einweggrille aus Alu, Plastiksäcke, Verpackungsreste, Alubüchsen — achtlos weggeschmissen. Hinzu kommen Glasscherben von Bierflaschen und Schmierereien, die entweder mit wasserfesten Filzstiften oder Farbspray an den Rastplätzen hinterlassen wurden. Aber auch bei den weissen Treppen zum Kosthaus stapelt sich oftmals der Müll. Dort müssen die Angestellten zuerst aufräumen, bevor sie an ihre eigentliche Arbeit denken können.
«In den letzten fünf Jahren haben sich die Entsorgungskosten für den Bally-Park verdoppelt», sagt Walter Kiener, Bereichsleitung Dienstleistungen der Bildungswerkstätte Oltech. Das heisst: Allein für Kehrichtentsorgungs-Marken wurden im vergangenen Jahr rund 1000 Franken ausgegeben.

Zwei Arbeiter der Oltech räumen den Park jeweils auf und brauchen dafür inzwischen rund drei Stunden, so Kiener weiter. Bezahlt wird dies durch die Allgemeinheit, denn die heutigen Träger der Oltech sind der Regionalverein Olten Gösgen Gäu mit 39 Gemeinden und der Verein Region Thal mit neun Gemeinden.

Kein Respekt vor Holz-Spycher

Als ob es nicht schon bedenklich genug wäre, den Abfall liegen zu lassen, wurde sogar schon auf den Chromstahl-Tischen beim Chinesischen Pavillon grilliert und das Portierhaus als Müllablage missbraucht. Aber es kommt noch schlimmer: kürzlich entdeckten die Verantwortlichen an einem Montagmorgen, dass unter dem 430-jährigen Holz-Spycher offenbar ein Feuer gelegt worden war. Silvia Glanzmann, Mitglied der Betriebskommission Bally-Park dazu: «Der Spycher wurde letztes Jahr in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege für rund 70'000 Franken saniert, wir waren geschockt, als wir dies sahen.» Zudem seien auch schon mal die Geranien aussgerissen und durch Bierbüchsen ersetzt worden.

Brandflecken und Schmierereien auf den Sitzbänken — im chinesischen Pavillon sieht es nicht mehr schön aus.

Vandalenakte im Bally-Park

Brandflecken und Schmierereien auf den Sitzbänken — im chinesischen Pavillon sieht es nicht mehr schön aus. 

Es muss jemand dort hochgeklettert sein, als ob es nicht genug Bäume hätte, wenn einer denn unbedingt klettern müsste. Um wen es sich bei den Übeltätern allerdings handelt, scheint nicht ganz klar, man wolle nicht einfach per se «den Jungen» die Schuld zuweisen. «Auch die Leute, die Ihre Mittagspause hier verbringen, sollten mehr darauf achten, was mit ihrem Abfall geschieht», sind sich Walter Kiener und Silvia Glanzmann einig, denn oft seien diese Salatbehälter aus Plastik sehr sperrig, was dann den Abfalleimer schnell überstrapaziere.
Noch mehr Abfall wird allerdings im Herbst zum Vorschein kommen, wenn Kiener und seine Angestellten von der Oltech die Gewässerborde mähen: «Im Schilf und im Weiher hat es immer kiloweise Abfall. Dies ist sehr bedenklich, nicht nur weil es der Mähmaschine Schaden zufügen könnte, sondern weil es ja auch den Tieren schadet, die sich unabsichtlich von Abfall ernähren und daran sterben könnten.»

Übeltäter ansprechen

Die Bevölkerung soll nun sensibilisiert werden, was das Entsorgungsverhalten im Bally-Park angeht. Es wäre wünschenswert, wenn die Übeltäter auf ihr Verhalten angesprochen würden. Aber auch da herrscht oft Unsicherheit, insbesondere zur späteren Stunde: «Etwa weil die Leute betrunken sein könnten», so Glanzmann. Es gehe grundsätzlich nicht, dass man so eine Unordnung hinterlässt.

Lob gibt es hingegen an die Hundehalter, die zahlreich jeden Tag ihre Lieblinge im Park ausführen: «Da haben wir nie Probleme, sie entsorgen alles sauber», so die Verantwortlichen des Bally-Park.