Schienennetz

58 Jahre lang hielt kein Zug in Trimbach

Die Haltestelle Trimbach beim Bahnübergang der Marenstrasse wurde 1960 in Betrieb genommen.

Die Haltestelle Trimbach beim Bahnübergang der Marenstrasse wurde 1960 in Betrieb genommen.

Obschon beide Jura-Durchstiche durch die Gemeinde Trimbach führen, war diese lange Zeit nicht an das Schienennetz angebunden. Ganze 58 Jahre lang hielt kein Zug in Trimbach.

Eigentlich hätte Trimbach eine perfekte Lage, was die Anbindung an den öffentlichen Verkehr betrifft: In der Rankwog führt eine europäische Hauptstrecke vorbei, am Hang oberhalb der Gemeinde schlängelt sich eine Nebenlinie dem Jurakamm entgegen. Dennoch gibt es nur gerade eine Haltestelle, die meistens auch nur stündlich bedient wird. Guter Anschluss sieht anders aus. Aber eine Haltestelle «Trimbach Tripolis» beim Eingang des Hauen­stein-Basistunnels ist so lange unrealistisch, wie der Wisenbergtunnel nur auf den Planungsunterlagen von 1987 existiert.

Die dichte Taktfolge der Züge aus Zürich, Luzern und Bern würden einen Halt der S3 verunmöglichen. Der Bau einer Ausweiche zwischen der Aarebrücke und dem Tunnelportal könnte da höchstens Abhilfe schaffen. Impulse, eine solche bestimmt nicht ganz unerhebliche Investition zu tätigen, sind jedoch keine auszumachen.

Ein Ausbau des «Läufelfingerlis» scheitert an den in Beton gegossenen Fakten in Sissach: So lange die Bergstrecke in einem Stumpengleis endet, ist die Durchbindung nach Basel praktisch ausgeschlossen. Versuche, dies zu ändern, wurden von der Baselbieter Regierung abschlägig beantwortet.

Beim Bau des Hauenstein-Scheiteltunnels kam es zur Katastrophe

Ab den 1850er-Jahren näherte sich die Eisenbahn von Basel kommend langsam Olten. 1854 fuhr der erste Zug bis Liestal, 1856 bis Sissach, 1857 bis Läufelfingen und am 1. Mai 1858 erreichte der Festzug den Bahnhof Olten. Ein Jahr zuvor kam es beim Bau des Hauenstein-Scheiteltunnels zur grossen Katastrophe, als der Tunnel hinter dem Vortrieb einstürzte und 52 Arbeiter einschloss. Weitere 11 Helfer starben bei Rettungsversuchen.

Wie auch die Dörfer im Homburgertal war Trimbach nur zur Durchfahrt nötig, ein eigener Haltepunkt wurde nicht eingerichtet. Die Haltestelle Trimbach wurde erst auf den 8. Januar 1916 in Betrieb genommen, als die Basislinie von Olten über Tecknau eröffnet wurde. Allerdings befand sich die Station damals noch weiter nördlich gegenüber der heutigen Haltestelle, bei der Fussgängerüberführung. Bis 1938 war die Linie doppelspurig, was heute noch am reichlich vorhandenen Platz sichtbar ist. Elektrifiziert wurde die Strecke am 4. Oktober 1953, als drittletzte SBB-Strecke, die je unter Fahrdraht kam. Das jetzige Stationshäuschen stammt aus dem Jahr 1960. «Die Anbindung an die Eisenbahn ist wichtig für Trimbach», meint Urs Ramseier.

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