Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm konnte am Donnerstagabend 24 Stimmberechtigte zur Rechnungsgemeindeversammlung auf der Gemeindeverwaltung in Walterswil willkommen heissen. Eines der Kerntraktanden war die Genehmigung des neuen Leitbildes. Dieses war in Zusammenarbeit mit dem Planteam S. Solothurn, erstellt worden und dient als Vorlage für die Ortsplanungsrevision. «60 Personen haben am Mitwirkungsverfahren teilgenommen», so die Gemeindepräsidentin.

Angestrebt wird die Erhaltung der heutigen Bevölkerungszahl von 760 Einwohnern. Dabei sollen die Bauland-Reserven innerhalb der bestehenden Wohnquartiere und der beiden Dorfkerne – rund um die Kirche im Rothacker, samt «platzartiger Situation» in Walterswil zwischen der Kapelle und dem Restaurant St. Urs und Viktor – genutzt werden. Historische Bauten sollen ferner geschützt und erhalten werden.

Entschärfung der Verkehrssituationen für Schulkinder

Verbessert werden soll auch die Verkehrssituation auf der Rothacker- und Walterswilerstrasse sowie zwischen den Ortsteilen und dem Bahnhof Walterswil-Striegel. Massnahmen wie Langsamverkehr und eine Entschärfung der Verkehrssituationen für die Schulkinder sollen umgesetzt werden.

Auch die Bereiche Naherholung, Entwicklung der Landwirtschaftsbetriebe sowie Gewässer- und Siedlungsränder sollen eine Aufwertung erfahren. Der Souverän stimmte dem neuen Leitbild mit einer Gegenstimme zu.

84'000 fürs Alters- und Pflegeheim

Die Stimmberechtigten sagten weiter einstimmig Ja zur Verwaltungsrechnung von 2018 inklusive der Nachtragskredite. Die Rechnung schliesst mit einem Minus von 53'741 Franken. Dies entspricht knapp der Hälfte des budgetierten Defizits. Die Nettoinvestitionen betragen 7711 Franken. Die Spezialfinanzierungen schliessen allesamt positiv ab.

Die Anwesenden genehmigten anschliessend einstimmig einen Kredit über 84'000 Franken für den Erweiterungsbau des Alters- und Pflegezentrums «Rondo» in Safenwil. Das Geld war zwar schon im Mai 2010 gesprochen worden, verfiel aber, da das Projekt infolge fehlender Finanzierung auf Eis gelegt werden musste.

Am 27. Januar 2016 aber hatte die Mitgliederversammlung den notwendigen Kredit über 6,5 Millionen Franken gutgeheissen, womit die Walterswiler Kostengutsprache nun wieder zum Tragen kommt und somit geleistet werden muss. Entsprechend musste der Gemeinderat diesen Antrag erneut stellen.

Häuschen darf verkauft werden

Zuletzt stand der Verkauf des Materialhäuschens an der Hausackerstrasse 1 zur Diskussion. Das Häuschen gehört der Einwohnergemeinde. Es wurde vor längerer Zeit geräumt und wird nicht mehr benötigt. Der Preis von rund 4000 Franken war vorgängig von einem Immobilienschätzer festgelegt worden.

Der Gemeinderat beantragte der Versammlung, grünes Licht für den Verkauf mit einem Verhandlungsspielraum von zehn Prozent zu geben. Die Stimmberechtigten hiessen diesen Antrag ohne Gegenstimme gut. Somit wird die Liegenschaft offiziell im «Niederämter Anzeiger» ausgeschrieben und steht der Nutzung durch einen neuen Eigentümer offen.