Eppenbergtunnel
234-Tonnen-Bohrkopf wird an Tunnelbohrmaschine montiert

Seit August wurde die Tunnelbohrmaschine Stück für Stück erst von Deutschland herantransportiert und dann wieder zusammen geschweisst. Am Mittwoch kam nun der 234 Tonnen schwere Bohrkopf an die Reihe.

Janine Gloor
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Eigentum InfoCenter Eppenberg» steht auf einem Aufkleber auf dem Assugrin-Spender. Die Besucher, die an diesem Morgen im Infocenter Kaffee trinken, halten sich an die unausgeschriebene Aufforderung. Sie alle sind eingeladen worden, um einen Meilenstein im Bau des Eppenbergtunnels mitzuerleben: die Montage des Bohrkopfs.

Am Mittwoch wurde der Bohrkopf an die Tunnelbohrmaschine montiert. Bis Ende Jahr sollte die komplettiert sein.
5 Bilder
.Der Eppenbergtunnel wird Ende 2020 in Betrieb genommen.
Der Bohrkopf hat einen Durchmesser von 12.75 Metern...
... und ein Gewicht von 234 Tonnen.
Bis Ende Jahr soll die Tunnelbohrmaschine komplettiert werden.

Am Mittwoch wurde der Bohrkopf an die Tunnelbohrmaschine montiert. Bis Ende Jahr sollte die komplettiert sein.

Remo Fröhlicher

Seit Mitte August treffen wöchentlich Teile der Tunnelbohrmaschine (TBM) auf der Baugrube Wöschnau ein, wo sie zusammengebaut werden. Lego für die Grossen. Nun hat auch der 234 Tonnen schwere Bohrkopf den Weg über den Rhein gefunden. Reglos hängt die gigantische Scheibe an einem Raupenkran.

Auf der Seite, die sich in das Gestein fressen wird, prangt auf dem fast 13 Metern breiten Schild das Logo der SBB. «So schön wird man den Bohrkopf nie mehr sehen», sagt Remo Pinazza von der Baufirma Marti. Jetzt sind auch die 70 Rollmeissel gut sichtbar.

Sie werden das Innere des Eppenbergs gnadenlos bearbeiten, bis es in Kleinteile zerfällt. «Chips» nennt Pinazza die kleinen Gesteinsteile, welche die TBM vom Berg wegschabt. Wenn die Bedingungen ideal sind, wird die TBM pro Tag 20 Meter vorwärtskommen.

Sehen Sie in den Live-Webcams, was gerade auf den Tunnelbaustellen passiert:

Eine spezielle Baustelle

Zuerst muss sie aber noch zusammengebaut werden. Jede Tunnelbohrmaschine ist eine Spezialanfertigung, die genau auf die erhofften Bedingungen abgestimmt ist. «Der Fels im Eppenberg ist weich, dazu kommt wasserführender Schotter», erklärt Pinazza. Die Eppenberger TBM kann mit beidem umgehen.

Doch wie es im Tunnel tatsächlich aussieht, kann nie genau vorhergesagt werden. «Wir hoffen, dass die Geologie uns gut gesinnt ist.» Der Kran brummt, der Koloss wird langsam angehoben. Ein Mann in Orange hält ein Seil in der Hand, das am Bohrkopf befestigt ist. Fast wie jemand, der einen Ballon festhält.

Nur dass über seinem Kopf 234 Tonnen Metall schweben. Mit kräftigem Zerren am Seil wird der Bohrkopf in die richtige Position gebracht und vom Kran sachte über den Graben gehievt.

Im Hintergrund fährt ein TGV in Richtung Osten. Es ist eine spezielle Baustelle, auf der täglich 550 Züge und 29 000 Autos durchbrausen. Trotz diesen erschwerten Bedingungen läuft alles nach Plan, noch musste kein Reservetag gebraucht werden.

SBB-Oberbauleiter Benjamin Karli ist mit diesem Verlauf zufrieden. Allzu euphorisch gibt er sich jedoch nicht. «Ich freue mich auf den Vortrieb. Stolz bin ich dann Ende nächstes Jahr, wenn wir zum Berg hinauskommen», sagt der 33-jährige Bauingenieur.

Die 2400 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine soll bis Mitte Dezember zusammengebaut sein. Im neuen Jahr wird mit dem Vortrieb begonnen.

Vierspurausbau Olten–Aarau: Mehr Zug für Mittelland und Schweiz

Mit dem Vierspurausbau Olten–Aarau (Eppenbergtunnel) beheben Bund und SBB eines der grössten Nadelöhre im Mittelland. Das 855-Millionen-Franken-Projekt umfasst im Wesentlichen Ausbauten in der Zufahrt Olten, ein viertes, 2.5 Kilometer langes Gleis zwischen Dulliken und Däniken und den doppelspurigen, drei Kilometer langen Eppenbergtunnel sowie umfangreiche Massnahmen zu dessen Anbindung. Er ermöglicht ab Ende 2020 unter anderem:

- zusätzliche Intercity-Züge zwischen Bern und Zürich zur Hauptverkehrszeit, teilweise mit Halt in Aarau

- einen durchgängigen Halbstundentakt zwischen Olten und Aarau mit Zwischenhalten in Dulliken, Däniken und Schönenwerd

- eine neue, schnelle Direktverbindung von Zofingen nach Aarau (ohne Halt zwischen Olten und Aarau).

- Im Güterverkehr stellt der Vierspurausbau sicher, dass trotz den geplanten Verkehrszunahmen im Personenverkehr genügend Kapazitäten vorhanden sind, um auf diesem Abschnitt die erforderlichen Gütermengen schnell und sicher zu befördern.