Pilotprojekt

21 Kinder fahren mit Postauto zur Französischstunde

Die Primarschulen von Kienberg und Anwil spannen zusammen.

Die Primarschulen von Kienberg und Anwil spannen zusammen.

Die Primarschulen von Kienberg und Anwil spannen zusammen. Das Pilotprojekt soll ein Jahr lang laufen.

Mit Beginn des neuen Schuljahrs besuchen die Primarschüler von Anwil BL und Kienberg den Französischunterricht in Anwil. Unterrichtet werden sie von Lehrkräften beider Schulen. In einem Zusammenarbeitsvertrag zwischen den Gemeinden ist das vorläufig auf ein Jahr befristete Pilotprojekt definiert. An dessen Ursprung stand der Auftrag des Anwiler Gemeinderates an die Primarschule, eine mögliche Vernetzung oder Zusammenarbeit mit anderen Schulen auf regionaler Basis zu suchen.

«Es ist keinesfalls ein erster Schritt zur Abschaffung oder Stilllegung der Schule, weder in Kienberg noch in Anwil», möchten die beiden Gesprächspartnerinnen festhalten: Gemeinderätin Gisela van der Weijden, in Kienberg verantwortlich für das Schulwesen, und Sandra Thum, Schulleiterin der Primarschule Anwil, sind überzeugt, dass das Pilotprojekt für beide Schulen – und damit für die Schülerinnen und Schüler – vorteilhaft sei. Das Zusammenführen der kleinen Klassen in beiden Gemeinden ermögliche es, den Französischunterricht stufengerecht und nicht klassenübergreifend zu führen.

Im Zusammenarbeitsvertrag zwischen den Gemeinden steht: «Ziel der Vereinbarung ist es, für die Kinder der Primarschulstufe an beiden Schulstandorten gemeinsam ein qualitativ hochstehendes Bildungsangebot im Französischunterricht zu gewährleisten.» Ob das Ziel mit dem nun geplanten Projekt erreicht wird und eventuell eine Fortsetzung erfährt, wird Anfang Januar 2020 evaluiert.

Jede Klasse muss nur einmal nach Anwil fahren

Nun fahren also ab Mitte August 21 Kinder aus Kienberg mit dem Postauto nach Anwil, keine Selbstverständlichkeit und auch kein Selbstläufer: Einiges an Vorarbeiten, Abklärungen, Überlegungen und Informationen waren im vergangenen Jahr von den Schulleitungen, Lehrkräften und Behörden beider Gemeinden gefordert. Nachdem die Schulämter beider Kantone – Solothurn und Baselland – dem Pilotprojekt keine Steine in den Weg gelegt hatten, sondern die Initiative zu diesem Experiment begrüsst hatten, ging es darum, die Details abzuklären. Viele Fragen stellten sich: In welcher Gemeinde hat es geeignete Räume, Sicherheit des Schülertransports, Lehrkräfte, Finanzierung, Elterninformation, sind nur einige der Punkte, die geklärt werden mussten.

Eine besondere Herausforderung stellte die Erstellung des Stundenplans dar, dürfen doch die anderen Fächer nicht zu kurz kommen. Die Kinder erhalten ihre drei respektive zwei Lektionen an einem Vormittag, sodass die einzelnen Klassen nur einmal nach Anwil «pilgern» müssen. Dadurch, dass die Französischlehrkräfte beider Gemeinden an je zwei Klassen den Unterricht erteilen, kann das ganze Projekt kostenneutral durchgeführt werden. Die Schulleitungen schauen dem Schulbeginn gespannt entgegen. Sie sind optimistisch und zuversichtlich, dass für allfällig auftretende und nicht vorhersehbare Probleme gemeinsam eine Lösung gefunden werde.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1