Schönenwerd

200'000 Franken für Renovation von Wahrzeichen gesprochen

Die Stiftskirche St. Leodegar muss dringend saniert werden. Die christkatholische Kirchgemeinde hat nun an einer ausserordentlichen Versammlung zwei Krediten zugestimmt.

In welchem Zustand ist die älteste noch bestehende Kirche des Kantons Solothurn, die Stiftskirche Schönenwerd? Diese Frage bewegte. Darum wurde vergangenes Jahr eine Bausubstanzanalyse durchgeführt. Am Montag informierte der christkatholische Kirchgemeinderat Schönenwerd/Niedergösgen an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung über die Ergebnisse und stellte zwei Kreditanträge über insgesamt 200 000 Franken für dringende Sanierungsmassnahmen.
Die Stiftskirche St. Leodegar dient nicht nur der christkatholischen, sondern auch der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde als Gotteshaus und ist das Wahrzeichen von Schönenwerd. So stiess die Versammlung der christkatholischen Kirchgemeinde auf grosses öffentliches Interesse. Kirchgemeindepräsidentin Silvia Meier durfte nicht nur die Stimmberechtigten, sondern auch einige Gäste begrüssen, darunter ihre Amtskollegen Gottfried Dörfelt von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Niederamt, Markus Hunn von der römisch-katholischen Kirchgemeinde Schönenwerd/Eppenberg-Wöschnau, sowie Peter Hodel, Gemeindepräsident von Schönenwerd und stimmberechtigtes Mitglied der Kirchgemeinde.
1,3 Millionen Franken insgesamt
Heiner Schranz, der Präsident der Kommission «Werterhalt Stiftskirche», informierte an der Versammlung über die Untersuchungen, die vom Architekturbüro Robert & Esslinger und der Firma J. C. Märki Restauro vorgenommen worden waren. Sie zeigen: Vor allem am Dach des südlichen Seitenschiffes wurden Schäden an Balken, Sparren und Ziegeln festgestellt, die dringend saniert werden müssen, wenn man nicht noch grössere Schäden riskieren will. Ebenfalls dringlich sei eine Restaurierung der Fresken in der Vorhalle: Die Malereien von 1628 sind kunstgeschichtlich von grosser Bedeutung und befinden sich in kritischem Zustand. Hier drängt die kantonale Denkmalpflege auf rasche Massnahmen und ist bereit, sich an den Kosten mit einem zu beteiligen.
Andere Schäden an Dach, Fassade und Kreuzgang sind laut dem Bericht nicht unmittelbar dringlich, erfordern aber in den nächsten Jahren ebenfalls grössere Renovationsarbeiten. «Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 1,3 Millionen Franken für die Stiftskirche und eine weitere halbe Million für die Bühlmauer. Klar ist, dass die christkatholische Kirchgemeinde mit ihren 153 Mitgliedern dies nicht tragen kann — auch nicht mit Unterstützung der Denkmalpflege», fasste Schranz die Situation zusammen.
Aus diesem Grund hatte der Kirchgemeinderat schon vor zwei Jahren die Arbeitsgruppe «Freunde der Stiftskirche» eingesetzt, die nach Möglichkeiten für eine neue Trägerschaft für das Bauwerk sucht. «Mit dieser Analyse liegen jetzt verlässliche Informationen vor, die diese Suche hoffentlich erleichtern», so Schranz.
Gemeinde bietet Unterstützung
Gemeindepräsident Hodel betonte, dass die Einwohnergemeinde sich ihrer Mitverantwortung bewusst sei. Sie könne zwar nicht die Kirchgemeinde, wohl aber das Baudenkmal unterstützen. Dazu sei der Gemeinderat bereit — wenn auch das letzte Wort bei der Gemeindeversammlung liege. In der Diskussion am Montagabend wurde mehrfach betont, dass die Nutzung der Stiftskirche als Gotteshaus erhalten und als kultureller Veranstaltungsort gefördert werden solle.
Die Kreditanträge für die Restaurierung der Fresken und die Sanierung des südlichen Seitenschiffes wurden schliesslich einstimmig angenommen.

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