Gretzenbach
2. Gemeinderatssitz im Visier

SVP-Ortspartei blickte auf 20 Jahre zurück und nominierte zwei Kandidaten.

Christof Ramser
Merken
Drucken
Teilen
Von der SVP Gretzenbach für die Gemeinderatswahlen nominiert: Werner Ramel (links, bisher) und Rolf Schertenleib.

Von der SVP Gretzenbach für die Gemeinderatswahlen nominiert: Werner Ramel (links, bisher) und Rolf Schertenleib.

Remo Fröhlicher

Von einem «Erdbeben» in der Parteienlandschaft schrieb das Oltner Tagblatt, als die SVP-Ortspartei in Gretzenbach als erste im Bezirk Olten aus der Taufe gehoben wurde. Das war vor 20 Jahren. Inzwischen hat sich die Partei etabliert.

Auf Anhieb holte sie damals zwei Sitze im 13-köpfigen Gemeinderat, bei den Nationalratswahlen holte sie schon zwei Jahre nach der Gründung am meisten Stimmen am Ort. 2003 schaffte der erste Ortsparteipräsident Walter Wobmann die Wahl in den Nationalrat, nachdem er zuvor 4 Jahre Gemeinderat und zwei Jahren Kantonsrat gewesen war.

Im inzwischen siebenköpfigen Gemeinderat ist die SVP aktuell mit einer Person vertreten, mit ihrem heutigen Präsidenten Werner Ramel. Der Gretzenbacher Gemeindepräsident Daniel Cartier (FDP) wünschte der Ortspartei an ihrem Jubiläumsanlass vom Mittwochabend weiterhin viel Erfolg, SVP-Kantonalparteipräsident Silvio Jeker (Erschwil) pries diese im Grusswort gar als Vorbild.

Vor einem gut gefüllten Saal im «Jurablick» mit gut 30 Zuhörern blickte Sektionspräsident Werner Ramel auf das vergangene Jahr zurück. Geprägt gewesen sei dieses vom neuen Asylzentrum. Im Oktober, mit einigen Monaten Verzögerung, seien die ersten «Feriengäste» eingezogen. Allerdings nur rund 20 statt wie geplant deren 100.

Bisher zwei Kandidaten

Mit drei Kandidaten will die SVP in Gretzenbach zu den Gemeinderatswahlen vom 21. Mai antreten. Zwei Sitze wolle man holen, steckte Ehrenpräsident Walter Wobmann das Ziel ab. Bisher sind zwei Kandidaten bekannt. Nominiert wurde wiederum Werner Ramel. Der Betriebsleiter ist 54-jährig, sitzt seit 2009 im Gemeinderat und ist Bürgerrat.

Der zweite Kandidat ist Rolf Schertenleib, 50-jährig und Fachbereichsleiter. Er arbeitet seit 16 Jahren in Kommissionen der Einwohnergemeinde mit. In der vergangenen Legislatur war Schertenleib erster Ersatz.

Beide Kandidaten wurden einstimmig nominiert. Man sei guter Dinge, den zweiten Sitz zu holen, so Ramel, obwohl die SVP vor vier Jahren von der ersten auf die dritte Position zurückgefallen war, hinter der FDP und der Freien Liste (heute Fokus Gretzenbach). Den zweiten Sitz habe man damals nur wegen weniger Listenstimmen verpasst.

Walter Wobmann ermunterte die Stimmbürger, sich an den Wahlen zu beteiligen. Denn die Mobilisierung sei ein Schwachpunkt der Partei. «Das müssen wir wieder besser machen.» Jede Stimme sei wichtig, um die Freiheit und Unabhängigkeit der Schweiz zu wahren und die Masseneinwanderung einzudämmen.

Glarner, wie man ihn kennt

Im Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre pickten Wobmann und Ramel besondere Ereignisse heraus. Höhepunkt war natürlich die Wahl Wobmanns als erstem Gretzenbacher Nationalrat. Als Gastredner referierte der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner über die Asylpolitik der Schweiz, die von «Idioten» verantwortet werde.

Mit Zahlen unterstrich er, dass keine Flüchtlinge, sondern «Wirtschaftsmigranten» ins Land kämen. Die Folgekosten würden die Gemeinden bezahlen – auch in Gretzenbach, wo der «willfährige» Gemeinderat keinen Widerstand gegen das Asylzentrum geleistet habe.

Es sei bloss noch eine Frage der Zeit, bis es in der Schweiz «chlöpfe». Die Botschaft stiess auf Gehör im «Jurablick». Die Gäste applaudierten Glarner und gingen dann über zum Jubiläumsznacht.