Zurzeit weilt Arlinda Rushiti in Tunesien. Genauer gesagt im Ferienort Hammamet im Norden des Landes. Doch die 16-jährige Trimbacherin ist nicht in Nordafrika, um Urlaub zu machen, sondern sie bestreitet dort zwei Profiturniere der untersten Kategorie. Rushiti, die noch kein WTA-Ranking besitzt, wird sich bei diesen Turnieren durch die Qualifikation kämpfen müssen, um danach um WTA-Punkte spielen zu können.

Im November des letzten Jahres hat Rushiti bewiesen, dass sie in der Lage ist, auch bei kleineren Profiturnieren zu bestehen. Ebenfalls in Tunesien gewann sie damals ihren ersten WTA-Punkt. «Das war ein spezieller Erfolg für mich», so Rushiti. Bald sollen weitere Zähler dazukommen, denn die junge Tennisspielerin möchte sich in diesem Jahr in der Weltrangliste in der Region von Rang 800 etablieren.

Kein leichter Entscheid

Begonnen hat die Tenniskarriere von Arlinda Rushiti an ihrem damaligen Wohnort Trimbach. Im dortigen Tenniscenter hat sie in der Tennisschule von Bartolomé Szklarecki während sechs Jahren trainiert und laufend Fortschritte gemacht. Als sie mit 15 Jahren die Schule abschloss, war für Arlinda Rushiti klar, dass sie voll auf die Karte Tennis setzen möchte. Das Profidasein ist jedoch ein kostspieliges Unterfangen. Und gerade in der Schweiz ist der finanzielle Aufwand noch einmal deutlich höher als andernorts.

Rushiti, die von einer Profikarriere träumt, sah sich daher nach Alternativen um. Die amtierende U18-Schweizer-Meisterin Susan Bandecchi empfahl ihr Mailand als Trainingsstandort. «Ich bin dann nach Mailand gefahren und habe dort probeweise trainiert. Es hat mir sofort sehr gut gefallen und ich war mir sicher, dass ich dort trainieren möchte», blickt Rushiti zurück.

Doch ganz so leicht fiel ihr der Entscheid nicht. Denn wenn sie tatsächlich in Mailand trainieren wollte, musste sie ihre Familie zurücklassen. Ein grosser Schritt für die damals 15-Jährige. «Ich habe mir das wirklich lange überlegen müssen, aber ich wollte meine Tenniskarriere richtig lancieren. Dafür war dieser Schritt nötig.»

Gut eingelebt

Seit anderthalb Jahren wohnt und trainiert Arlinda Rushiti nun bereits in der norditalienischen Grossstadt. Rund zehn Minuten vom Tenniscenter entfernt lebt sie mit Susan Bandecchi und zwei anderen Spielern in einer WG. Nach einem etwas schwierigen Start, der verbunden war mit vielen Umstellungen und Veränderungen im Alltag, hat sich Arlinda Rushiti in ihrer neuen Heimat gut eingelebt.

Obwohl Mailand eine vielseitige und abwechslungsreiche Stadt ist, verbringt Rushiti nicht viel Zeit ausserhalb ihrer Wohnung oder des Trainingscenters. «Ich bin jeweils den ganzen Tag im Center und trainiere täglich rund fünf Stunden.

Abends bin ich nach den intensiven Trainings oft müde und mag nicht mehr rausgehen», erzählt sie. Den Wechsel nach Mailand bereut Arlinda Rushiti nicht. Im Gegenteil: «Es war eine super Entscheidung, hierher zu kommen», sagt die 16-Jährige, die alle zwei bis drei Wochen für einige Tage in die Schweiz kommt, um ihre Familie zu besuchen.

Die Offensivspielerin, die die Bälle gerne flach und schnell schlägt, um die Ballwechsel möglichst kurz zu halten, wird vorerst weiter in Mailand bleiben und an ihrer Tenniskarriere feilen. Gerade im mentalen und konditionellen Bereich sieht sie noch viel Verbesserungspotenzial. Und das will sie ausschöpfen. «Schliesslich will ich wissen, wie weit ich es im Tennissport noch bringen kann», sagt
Arlinda Rushiti.