Gemeindeversammlung

1442 Dulliker wollen die Post im Dorf lassen

Andrea Bolliger übergibt Gemeindepräsident Walter Rhiner die Unterschriften.

Andrea Bolliger übergibt Gemeindepräsident Walter Rhiner die Unterschriften.

An der Gemeindeversammlung in der Aula des Schulhauses Kleinfeld wurde eine Petition zum Erhalt der Post eingereicht. Zudem wurde eine Urnenabstimmung zur Einführung von Tempo 30 beschlossen.

1442 Unterschriften befinden sich in der Schachtel, die Andrea Bolliger von der SP Dulliken an der Gemeindeversammlung vom Montag Gemeindepräsident Walter Rhiner übergeben konnte. «Unsere Post muss erhalten werden», sagte Bolliger, als sie vor die 107 applaudierenden Anwesenden trat. Die SP Dulliken hatte im Mai begonnen, Unterschriften gegen die Postschliessung zu sammeln, und reichte die Petition nun mit dem Ziel ein, den Gemeinderat beim Kampf um die Post zu unterstützen und ihm den Rücken zu stärken.

Tempo 30 sorgt für Diskussionen

Weniger Euphorie löste jedoch ein anderes Traktandum in der Gemeindeversammlung aus: Die flächendeckende Einführung einer Tempo-30-Zone in den Dulliker Quartieren sorgte für geteilte Meinungen. Der Gemeinderat beantragte für die Umsetzung einen Kredit von 280 000 Franken. Nach dem Eintretensreferat, in welchem Christian Kuhn von der Ballmer + Partner AG in Aarau die Vorteile einer 30er-Zone zusammenfasste, wurden bereits die ersten Stimmen aus dem Publikum laut.

Sabrina Sutter von der SVP Dulliken forderte von den Stimmberechtigten, nicht auf das Geschäft einzutreten, da die Dulliker Baukommission das Vorhaben nicht unterstütze. Gegen den Antrag Sutter, nicht einzutreten, meldeten sich gleich vier Anwohner zu Wort, welche die Versammlung dazu aufriefen, den Antrag nicht anzunehmen. «Ich warte nun seit 30 Jahren auf eine Temporeduktion und mehr Ruhe im Quartier», sagte einer der Anwohner. Der Antrag, nicht auf das Geschäft einzutreten, erhielt danach bloss 15 Stimmen, während 61 Anwesende über das Geschäft abstimmen wollten.

Mit 50 km/h an die Urne

Doch auch nach dem Eintreten auf das Traktandum kehrte keine Ruhe in der drückend heissen Aula ein. Markus Küpfer, Vizepräsident der Dulliker Bau-, Planungs- und Umweltschutzkommission, beantragte eine Urnenabstimmung über das Thema. Damit dieser Antrag angenommen werden konnte, benötigte er bloss 20 Prozent der Stimmen. Mit 40 Ja-Stimmen wurde das Geschäft an der Gemeindeversammlung somit beendet. Es wird in einer der kommenden Abstimmungen behandelt werden, bis dahin kann in den Dulliker Quartieren weiterhin 50 km/h gefahren werden.

Finanzen kerngesund

Die restlichen Traktanden konnten relativ zügig abgehandelt werden. Die Rechnung 2016 wurde einstimmig angenommen, was auch daran liegen dürfte, dass die Dulliker Finanzen «kerngesund» sind, wie Martin Henzmann, Gemeinderat Ressort Finanzen, erklärte. Die guten Zahlen führte Henzmann unter anderem darauf zurück, dass die budgetierten Steuereinnahmen übertroffen wurden. Auch die gute Budgetdisziplin sowie die aktive Verlustscheinbewirtschaftung trugen unter anderem dazu bei.

Auch der Kredit über 340 000 Franken für den Ersatz und die Instandstellung der Wasser- und Abwasserleitung in der Gösgerstrasse wurde von den anwesenden Dullikern einstimmig gewährt. Nach der zweistündigen Gemeindeversammlung konnten die Stimmberechtigten im kühlen Vorraum einen Apéro geniessen.

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