14 Mal hat er eingebrochen. Der Wert der Beute beträgt über 43'000 Franken. Zudem ist ein Sachschaden von mehr als 47'000 Franken entstanden. Dem Rumänen Alexei S.* werden banden- und gewerbsmässiger Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung sowie Hausfriedensbruch vorgeworfen. Er legte ein vollumfängliches Geständnis ab.

Am Montag musste er sich vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten. Der Beschuldigte wurde zu den Beweggründen für die Einbruchsserie im Sommer 2016 befragt. «Als ich in Rumänien im Gefängnis sass, halfen einige Bekannte meiner Familie über die Runden», sagte der 32-Jährige auf Rumänisch. Eine Dolmetscherin musste übersetzen. Als Alexei S. wieder auf freiem Fuss war, forderten die Bekannten ihr Geld zurück. «Man hat mir Arbeit versprochen, sodass ich meine Schulden abarbeiten könne», so der zweifache Vater. Darum sei er mit dem Bus nach Frankreich gereist. In Strassburg wurde er von den Bekannten abgeholt und in einem Hotelzimmer untergebracht.

«Ich konnte nicht weg»

Anders als versprochen soll Alexei S. aber nicht zum Arbeiten auf den Bau, sondern auf Diebestouren in die Schweiz geschickt worden sein. «Sie haben mir meinen Ausweis weggenommen, mir mit Gewalt gedroht und ich hatte kein Geld. Ich konnte nicht weg», sagte der Angeklagte, der sich seit fast zwei Jahren im vorzeitigen Strafvollzug befindet. Er habe lediglich das Zimmer, Essen und Zigaretten bezahlt bekommen – das Geld stammte von den Einbrüchen, die er in kleinen Gruppen verübt hatte.

In Trimbach, Balsthal, Matzendorf, Saignelégier, Boudry und Urtenen-Schönbühl brach Alexei S. nachts mit seinen Mittätern in mehrere Autogaragen, in ein Schwimmbad, in eine Tennishalle und eine Wohnung sowie in ein Fitnesscenter ein. Die Bande hinterliess jeweils ein Chaos: Türen wurden beschädigt, Fenster eingeschlagen, Schränke und Tresore aufgebrochen.

Staatsanwältin Stefanie Humm sprach in ihrem Plädoyer am Ende der Gerichtsverhandlung von einem «rabiaten Vorgehen». Die Höhe des Sachschadens zeige dies. Strafmildernd sei jedoch, dass die Einbrüche immer nachts und bis auf eine Ausnahme in Gewerbegebieten stattgefunden haben. Humm: «Die Täter wollten nicht mit anderen Personen in Konflikt geraten.»

Schuld beglichen

Auch für die letzten Einbrüche bei drei Autohändlern in Regensdorf und bei einer Autogarage in Gretzenbach Ende August 2016 hatte der Beschuldigte eine Erklärung: Damals habe er von seinem Bekannten seinen Ausweis zurückerhalten, da er die Schulden beglichen gehabt habe.

Ohne Geld sei es ihm aber nicht möglich gewesen, nach Rumänien zurückzukehren. Darum habe er sich mit zwei anderen Personen zusammengetan: «Wir wollten Werkzeuge aus Garagen stehlen, diese verkaufen und so ein Auto kaufen», sagte Alexei S. Damit habe er nach Hause fahren wollen.

Staatsanwältin Humm glaubte den Ausführungen des Angeklagten nicht. Alexei S. sei ein klassischer Einbruchstourist und in seiner Heimat zudem einschlägig vorbestraft. Darum forderte Humm eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren unbedingt. Die zwei Jahre im vorzeitigen Strafvollzug sowie die Zeit in der U-Haft seien anzurechnen.

Der Pflichtverteidiger hingegen machte in seinem Plädoyer auf die schwere Kindheit von Alexei S. aufmerksam: Mit elf Jahren habe er beide Eltern verloren. Als ältester von drei Geschwistern sei er danach für den Haushalt verantwortlich gewesen und habe kaum Schulbildung und Erziehung geniessen können. Es sei kein Wunder, dass er «auf die schiefe Bahn geraten war».

Er spreche sich darum für eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 32 Monaten aus. 16 davon müsste Alexei S. im Gefängnis verbringen. Die andere Hälfte sei bedingt mit einer Bewährungsfrist von fünf Jahren. Die bisher abgesessene Zeit soll angerechnet werden. Das Urteil wird kommende Woche schriftlich mitgeteilt.

* Name von der Redaktion geändert.