47 der 52 Beschäftigten des Werks Trimbach von Glas Trösch, das auf Aussenverglasungen von Autos und Spezialfahrzeugen spezialisiert ist, hatten Ende Januar die Kündigung erhalten. Inzwischen sieht es für einige von ihnen besser aus: «9 weitere Mitarbeiter des Werks Trimbach haben eine neue Anstellung in anderen Betrieben von Glas Trösch erhalten», informiert Unternehmenssprecher Bruno Gygax auf Anfrage.

Zusammen mit den 5 Kollegen, denen schon im Januar eine Weiterbeschäftigung zugesichert war, wird das europaweit tätige Familienunternehmen mit Sitz in Bützberg somit 14 Mitarbeitern, also gut einem Viertel der Belegschaft von Trimbach, an andern Standorten Arbeit bieten.

Für die andern 38 «Trimbacher» von Glas Trösch ist die Zukunft noch unsicher. «Zumindest offiziell haben wir bis heute keine Kenntnis von weiteren konkreten Anschlusslösungen für sie», sagt Gygax. «Es ist aber möglich, dass Einzelne von ihnen individuell etwas gefunden haben, ohne dass wir das schon wissen.» Zurzeit sind im Automobilglaswerk in Trimbach bereits die Schliessungsarbeiten angelaufen. Der Zeitpunkt der definitiven Betriebsschliessung stehe noch nicht fest, teilt der Unternehmenssprecher mit.

Arbeitnehmerseite bespricht sich

Denjenigen, die nun die Anstellung verlieren, soll ein Sozialplan Unterstützung bieten. Etwa, indem er den Einstieg in eine Umschulung oder Weiterbildung erleichtert, Hilfe bei Bewerbungen bietet, unter bestimmten Bedingungen vorzeitige Pensionierungen ermöglicht, Abgangsentschädigungen gewährt oder in anderer Weise die finanzielle Härte mildert.

Für die Aushandlung des Sozialplans hat die Trimbacher Glas-Trösch-Belegschaft eine aus fünf Mitarbeitern bestehende Ad-hoc-Delegation gewählt. Wie Bruno Gygax mitteilt, haben Geschäftsleitung und Delegation am 25. Februar den von ihnen gemeinsam erarbeiteten und beidseits einstimmig genehmigten Sozialplan der Belegschaft vorgestellt. Aktuell, so Gygax, werde dieser Entwurf zwischen der Delegation und den Mitarbeitern besprochen.

Rolle der Gewerkschaften offen

«Wir stehen mitten in den Verhandlungen», bestätigt auf Anfrage Roland Kramer, der Sprecher der Ad-hoc-Delegation. «Ich hoffe, dass es möglichst bald zum Abschluss kommt.» Die Gewerkschaften seien auf der Arbeitnehmerseite «mit im Boot», erklärt Kramer auf die entsprechende Frage. Ob die Gewerkschaften den Sozialplan als Vertragspartner mitunterzeichnen würden, sei zurzeit noch offen. Weitere Angaben zu Stand und Inhalt der Verhandlungen machte Kramer nicht.

Gesprächiger zeigt sich auf Anfrage der Gewerkschafter Zabedin Iseini, Regionalverantwortlicher der Syna in Olten. Laut ihm haben die Mitarbeiter an der letzten Betriebsversammlung den Entwurf des Sozialplans abgelehnt und Neuverhandlungen unter Einbezug von Syna und Unia verlangt. «Dazu brauche ich aber ein Verhandlungsmandat der Ad-hoc-Delegation», sagt Iseini. «Die Erteilung eines schriftlichen Mandats ist Bedingung.»

Warten auf Verhandlungsmandat

Iseini räumt ein, dass Syna und Unia im Werk Trimbach nur wenige Mitglieder hätten. In seiner Darstellung hatten die Glas-Trösch-Mitarbeiter dennoch bereits an einer Betriebsversammlung vom 18. Januar beschlossen, neben der Ad-hoc-Delegation auch Syna und Unia mit den Verhandlungen zu beauftragen. Entgegen diesem Beschluss sei aber bisher kein entsprechendes Mandat erteilt worden.

Syna-Gewerkschafter Iseini vermutet dahinter Druck der Geschäftsleitung. Diese habe schon im Januar zu verstehen gegeben, dass sie die Unia nicht dabei haben wolle. Er, Iseini, habe jedoch von Anfang an klargestellt, dass er sich nicht an den Verhandlungen beteiligen werde, wenn die Unia ausgeschlossen werde.