Auf dem Vorplatz des Kleinfeld-Schulhauses hatten die Gemeindeverantwortlichen von Dulliken acht Tafeln mit Stichworten, Bildern und Plänen sowie beim Eingang zwei dreidimensionale Planmodelle auf Tischen aufgestellt, die die Zusammenfassung des Berichts zum neuen Leitbild darstellen und der Bevölkerung Ideen dazu liefern sollten. Rund 120 Besucherinnen und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr und diskutierten – bei Bratwurst und Kartoffelsalat – angeregt darüber.

Anliegen auf Post-it-Zetteln

Der offizielle Teil mit zwei zur Mitwirkung animierenden Ansprachen von Gemeindepräsident Walter Rhiner und Raumplaner Daniel Schneider war in kaum einer Viertelstunde durch. Danach mischten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe «Räumliches Leitbild» unter die Leute und wanderten zwischen den Festtischen, Tafeln und Modellen hin und her, um Fragen zu beantworten, Unklares zu erklären und Anregungen entgegenzunehmen. Die Anliegen konnten auf einem Fragebogen oder per Post-it-Zettel auf dem Plan an einer Tafel angebracht werden. Darauf wurde beispielsweise gebeten, die Wiesen in Richtung Engelberg/Starrkirch-Wil nicht zu überbauen. Mehrmals angeregt wurde die Einführung von Tempo 30 über die Hardstrasse und den Bifang beziehungsweise übers ganze Gemeindegebiet. Zudem wünschten sich mehrere Dullikerinnen und Dulliker eine Busverbindung durchgehend von Lostorf aus sowie über die Lehmgrube und durch den Wald nach Starrkirch-Wil und Olten.

Wünsche und Visionen

Dazu diskutierten die Gäste mit den Arbeitsgruppenmitgliedern über Zonenänderungen auf ihren Grundstücken, die ihr Wohnen und Geschäften beeinträchtigen würden, über alte Häuser, die man sanieren könnte, indem man sie höher baut oder über die Gösgerstrasse, die der Kanton mit einem Trottoir versehen will, das die Anwohner laut mehreren Gästen dann aber direkt vor der Haustür hätten. Zudem würde es den Lw-Verkehr beeinträchtigen. Ebenfalls gewünscht wurde eine «kluge Optimierung» der Situation bezüglich hohem Ausländeranteil an den Schulen, der die Schweizer Kinder im Unterricht aufhalte.
«Das Gelungene an dem Abend ist, dass man Visionen haben kann», meinte ein weiblicher Gast. «Man kann Ideen und Vorstellungen hierherbringen und schauen, was sich entwickelt.»

Leitbild bis 2017 abschliessen

Die anwesenden Arbeitsgruppenmitglieder zeigten sich zufrieden bis überwältigt vom Andrang und Interesse der Bevölkerung. «120 Gäste sind der Hammer», freute sich Architekt Konrad Schenker. «Normalerweise kommen etwa 50 Leute an die Gemeindeversammlung.»
Zudem seien alle Altersgruppen vertreten. Raumplaner Daniel Schneider wurden nach eigenen Aussagen «viele Orientierungsfragen gestellt». Dazu sei über die Zugänglichkeit der Bahnhof-Südseite gesprochen worden. «Da ist keine Rampe mehr, kein Lift, nichts. Da müssen wir wirklich etwas tun.»

Die Bevölkerung hat bis zum 16. September die Gelegenheit, die Unterlagen zum räumlichen Leitbild in der Gemeindeverwaltung zu studieren und noch 17 Tage Zeit, Wünsche und Anregungen einzureichen. Die Verantwortlichen wollen das Leitbild bis Ende 2016/Anfang 2017 zum Abschluss bringen, «damit wir uns in der neuen Legislaturperiode an die Ortsplanung machen können», so Konrad Schenker.