«Eine Zangengeburt» nannte Baupräsident Heinz Wullschleger gegenüber dieser Zeitung vor kurzem das Projekt für das neue Reservoir in der Ängi in Stüsslingen. Gemeint ist die lange Zeit von der Planung bis zum Baubeginn, welcher mit dem gestrigen Spatenstich erfolgt ist. Denn ein Planungskredit für das neue Reservoir hatte die Gemeindeversammlung bereits 2010 gutgeheissen.

Bis zur Vorstellung des Projektes dauerte es aber noch rund weitere fünf Jahre: 2015 genehmigte die Gemeindeversammlung nach diversen Abklärungen und Planungsarbeiten einen Kredit für das neue Reservoir und den Ersatz der Wasserleitungen für insgesamt 2,3 Millionen Franken. Die Investition führte ab 2015 denn auch zu einem markanten Anstieg der Wasserpreise in der Gemeinde.

Der Neubau wird das bestehende, über 100-jährige Reservoir in der Ängi ersetzen. Weil der Bauplatz ausserhalb der Bauzone liegt, musste das Projekt vom Kanton noch zusätzlich überprüft werden, was den Prozess weiter verzögerte.

Seit gestern aber wird gebaut. Etwa ein Jahr soll es dauern, bis das neue Reservoir den Betrieb aufnehmen kann. Im Herbst sollte der Rohbau stehen, im Winter folgt der Innenausbau. Das neue Reservoir wird über eine moderne Wasseraufbereitungsanlage mit Membranfiltration sowie eine neue Steuerungsanlage verfügen.

Der Neubau war nötig geworden, weil die Mängelliste am alten Reservoir immer länger wurde. Risse im Mauerwerk bis zu den Wasserbecken und eine ungenügende Löschwasserreserve machten einen Ersatz unumgänglich.