Starrkirch-Wil
«100'000 Franken würden sehr helfen»: Die Kulturstiftung hofft auf ein Weiterbestehen

Die Kulturstiftung Starrkirch-Wil bereitet ihre Auflösung vor, da ihr Kapital bald aufgebraucht ist. Ein letztes Projekt wird noch umgesetzt.

Lorenz Degen
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Erlebnisrundgang Kulturstiftung Starrkirch-Wil

Erlebnisrundgang Kulturstiftung Starrkirch-Wil

zvg/Michael Isler
Letztes Jahr organisierte die Kulturstiftung Starrkirch-Wil einen Erlebnisrundgang bei den Wartburghöfen.

Letztes Jahr organisierte die Kulturstiftung Starrkirch-Wil einen Erlebnisrundgang bei den Wartburghöfen.

zvg/Michael Isler

«In Bedrängnis sind wir nicht», stellt Joe Birchmeier (64) klar. Der Präsident der Kulturstiftung Starrkirch-Wil bestätigt aber Gerüchte, wonach die Mittel der Stiftung zur Neige gingen: «Das Stiftungskapital ist mit dem nächsten Projekt aufgebraucht.»

Joe Birchmeier, Präsident Kulturstiftung

Joe Birchmeier, Präsident Kulturstiftung

Oltner Tagblatt

Gegründet wurde die Kulturstiftung im Jahr 2000 auf Initiative von Gertrud und Fritz Rentsch. In den Statuten sei ausdrücklich festgehalten, dass die Stiftung auch das Kapital verwenden darf und nicht nur die Zinsen davon, wie bei den meisten Stiftungen üblich. Dass die Stiftung das Geld in den letzten zwei Jahrzehnten «verprasst» habe, treffe nicht zu, sagt Birchmeier: «Es war immer klar, dass wir eines Tages aufhören würden. Mit den heutigen Zinsen kann man ja gar nichts mehr finanzieren. Es ist ein Glück, dass es uns gelungen ist, so lange weiterzumachen.»

Die Stiftung bereitet sich nun auf ein geordnetes Ende vor. Birchmeier ist zufrieden mit dem, was die Stiftung zu leisten vermochte. «Wir haben schöne Projekte realisieren können. Mit einem Kapital von 300'000 Franken konnten wir mit der Hilfe des Lotteriefonds und Sponsoren gegen 700'000 Franken aufwenden.»

Noch besteht eine kleine Hoffnung auf ein Weiterbestehen. Die Suche nach neuem Kapital sei zwar bislang ergebnislos verlaufen. «Wir haben im Dorf mehrere Aufrufe gestartet, doch es kam keine Reaktion», sagt Birchmeier. «100'000 Franken würden uns sehr helfen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.» Für 2021 liegt bereits ein fertiges Konzept vor. Das letzte Vorhaben befasst sich mit Kurzfilmen. «Wir konnten bereits eine Auswahl vornehmen und Regisseure verpflichten», so Birchmeier.

Gemeinde möchte Kirche als Kulturraum nutzen

Gemeindepräsident Christian Bachofner sieht durch das Ende der Stiftung das kulturelle im Dorf nicht gefährdet. «Die Kultur in Starrkich-Wil wird nicht verschwinden.» Er schätzt das Engagement der Stiftung sehr. «Es wurden ganz tolle Anlässe organisiert, die in die Region ausgestrahlt haben.»

Dass die Gemeinde nun Geld in die Stiftung einschiesst, sei nicht angedacht. «Wir sind daran interessiert, dass es weiterhin Aktivitäten gibt. Wir fokussieren uns aber auf die Kirche St. Peter und Paul, die wir zu einem Kulturraum umbauen wollen.» In welcher Form dann der Betrieb organisiert wird, ob als Stiftung oder anderweitig, sei noch offen. «Wir führen in nächster Zeit Gespräche, auch mit Joe Birchmeier.