Luterbach/Riedholz
Neue Ideen für altes Industrieareal

Jetzt wird es konkret: Der Kanton Solothurn hat gestern die Initialzündung betätigt, um das Areal rund um die stillgelegte Zellulosefabrik Borregaard in Luterbach und in Riedholz neu zu beleben.

Franz Schaible
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Ziehen an einem Strick: Urs Brügger (Borregaard), Regierungsrat Walter Straumann, Peter Kohler (Riedholz), Michael Ochsenbein (Luterbach) und Kantonsplaner Bernard Staub (v. l.). Hanspeter Bärtschi Ziehen an einem Strick: Urs Brügger (Borregaard), Regierungsrat Walter Straumann, Peter Kohler (Riedholz), Michael Ochsenbein (Luterbach) und Kantonsplaner Bernard Staub (v. l.). Hanspeter Bärtschi

Ziehen an einem Strick: Urs Brügger (Borregaard), Regierungsrat Walter Straumann, Peter Kohler (Riedholz), Michael Ochsenbein (Luterbach) und Kantonsplaner Bernard Staub (v. l.). Hanspeter Bärtschi Ziehen an einem Strick: Urs Brügger (Borregaard), Regierungsrat Walter Straumann, Peter Kohler (Riedholz), Michael Ochsenbein (Luterbach) und Kantonsplaner Bernard Staub (v. l.). Hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

Dazu haben die Grundeigentümer unter der Federführung des kantonalen Amtes für Raumplanung vier «hochkarätige Planungsteams» beauftragt, entsprechende Visionen und Strategien zu entwickeln (siehe Kasten). Das Ganze nennt sich Testplanung und entspricht in etwa einer Machbarkeitsstudie. «Das ist das geeignete Instrument, um aufzuzeigen, welche Nutzungsmöglichkeiten im Interesse aller Beteiligten infrage kommen», sagte gestern an einer Medienkonferenz Regierungsrat Walter Straumann. Das Gebiet sei landesweit die grösste erschlossene Industriebrache. Deshalb habe das Projekt strategische Bedeutung, die der Kanton mit dem Kauf von Borregaard-Land dokumentiert habe. Entscheidend sei, dass alle Beteiligten hinter dem Vorgehen stünden.

«Müssen vorwärtsschauen»

«Das Industrieareal soll und muss zu neuem Leben erweckt werden», erklärte denn auch Peter Kohler, Gemeindepräsident von Riedholz. Deshalb habe man als Standortgemeinde grosses Interesse an der Erarbeitung neuer Nutzungsmöglichkeiten. Die Fabrikschliessung sei schmerzhaft gewesen, aber «nun müssen wir vorwärtsschauen». Von «einer Chance, die Neunutzung des Areals ganzheitlich anzugehen», sprach Michael Ochsenbein, Gemeindepräsident von Luterbach. «Es darf kein Flickenteppich entstehen, der viel Land verbraucht ohne grossen Nutzen.»

Im Prinzip hätten die Planungsbüros eine «Carte blanche», allerdings mit einer Einschränkung, erläuterte Kantonsplaner Bernard Staub den Ablauf. «Sie müssen die Wirtschaftlichkeit und die Realisierbarkeit der Ideen nachweisen. Denn wir wollen keine Planung für die Schublade.» Das Areal soll so entwickelt werden, dass alle davon profitieren. Er sprach damit die Landeigentümer Borregaard, Kanton, Schilliger und Adisca (Ems-Gruppe) sowie die beiden Standortgemeinden an. Deshalb habe neben der Weiternutzung als Industrie- und Gewerbestandort Wohnraum ebenso Platz wie Vorschläge für flexible und unkonventionelle Nutzungsformen.

Bereits im November soll das Exekutivgremium, bestehend aus Vertretern der Regierung, der Standortgemeinden, von Borregaard und den Landeigentümern entscheiden. Staub: «Das wird ein erster wichtiger Schritt sein. Danach werden Investoren gesucht, um die Ideen etappenweise umzusetzen.» Kommentar rechts

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