Nachtschwärmer müssen sich gedulden

Die Bars am Landhausquai verschieben ihre Wiedereröffnung auf den 18. Mai. Sie schaffen sich so etwas Luft für eine bessere Vorbereitung.

Gülpinar Günes
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Die «Partymeile» bleibt bis am 18. Mai geschlossen. Das verkündeten die Bars am Landhausquai diesen Donnerstag in einer Medienmitteilung. Konkret haben sich zumindest die Betriebe Red John, Barock Café Bar, das Landhaus, Il Bar, Santas Oase, The Dock sowie das Sommerbeizli gemeinsam dazu entschlossen, eine weitere Woche mit der Wiedereröffnung zuzuwarten. Erlaubt wäre der Barbetrieb mit begleitenden Hygienemassnahmen aber bereits ab dem 11. Mai, wie der Bund mitteilte.

Nur ein Bruchteil des Umsatzes möglich

«Es ist für uns einfach zu früh», begründet Markus Moerler, Mitinhaber des «The Dock», die Entscheidung. Damit meint er unter anderem die Hygienemassnahmen, die von Bund und Verband vorgegeben werden. «Wir haben diese erst am 5. Mai erhalten. Um sie bis am 11. Mai umzusetzen, muss man fast schon Wunder vollbringen», sagt er.

Erlaubt ist beispielsweise nur noch die Bedienung von Gästen, die an einem Tisch sitzen. Stehende Gäste soll es nicht mehr geben, auch keine Durchmischung unter ihnen. Alle Tische müssen zwei Meter Abstand zueinander haben, und es dürfen maximal vier Leute am selben Tisch sitzen.

Das reduziert die Anzahl Gäste in den kleinen Bars erheblich. So hätten in der Bar von Moerler nur noch 24 Gäste statt 80 Platz. Bei schönem Wetter könnten es mit der Aussenwirtschaft zwar noch knapp 60 werden, aber er rechnet mit rund einem Viertel des normalen Umsatzes. «Es wird eine humorlose Sache. Unter diesen Umständen wird keine gute Stimmung in den Bars aufkommen», sagt er. Auch Stephan Marti, Inhaber der «Barock Café & Bar» und der «Gassbar», müsste auf die Hälfte seiner Gäste verzichten. Er reichte daher im Namen der Bars bei der Stadt eine Anfrage ein, mehr öffentlichen Raum für die Aussenwirtschaften am Landhausquai zu erhalten. Am Donnerstag teilte die Stadt mit, dass dies ab sofort auf Gesuch bei der Stadtpolizei möglich sei. Dafür müssen Restaurants und Bars einen Tischplan einreichen. Genehmigt wird dieser, wenn darin ein vier Meter breiter Korridor für die Durchfahrt von Feuerwehr- und Sanitätsfahrzeugen freigelassen wird sowie der Fussgänger- und Veloverkehr nicht behindert wird. Die Bewilligung gelte bis zur Lockerung der Schutzmassnahmen oder spätestens bis am 31. Oktober 2020.

Öffnen und wieder zurückkrebsen, das will niemand

«Das ist nicht das, was wir wollten», sagt Marti. Unter diesen Umständen sei es unmöglich, am Landhausquai mehr Tische aufzustellen. Das wüssten die Stadtbehörden. «Wir sind Beiz an Beiz, da bleibt nicht viel Spielraum.» Er habe den Ball wieder an die Stadt gespielt. Er hofft, dass bis am 18. Mai zumindest erlaubt wird, auch am Vormittag an der Aaremauer entlang aufzutischen.

Die Zeit bis zum 18. Mai nutzen die Bars, um die Hygienemassnahmen umzusetzen und den Betrieb zu organisieren. Vor allem aber wollen sie die Situation beobachten. Schliesslich werden die Auswirkungen der Lockerungen erst allmählich klar. Öffnen und wieder zurückkrebsen müssen, weil die Ansteckungen steigen, das will keine der Beizen. Bis dahin bleibt die Stadt aber nicht ganz unbelebt: Am Landhausquai öffnen der «Chutz», das «Kreuz», das «Solaare» und das «Cantina di Vino» bereits am Montag. Auch die «Hafebar» auf der anderen Stadtseite öffnet, sobald das Wetter stimmt.