Nur noch der Turm mit der überdimensionalen Uhr und den drei orangen «M» zeugt von der Lanco-Fabrik, dem ehemaligen Wahrzeichen Langendorfs . «Der Turm mit der Uhr, der bleibt auch da», sagt Stephan Bielser. «Das ist das Symbol des Ladedorfs.»

Bielser ist der Leiter des Migros-Einkaufscenters, das in den letzten Jahren totalsaniert wurde. Bereits vor zwei Jahren wurde der neue Supermarkt eröffnet. Bis zum 30. Oktober soll nun auch das Parkdeck mit der luftigen Holzüberdachung fertiggestellt sein. Und bis Weihnachten, verspricht Bielser, ist auch der zusätzliche Eingang fertig, der vom Parkplatz direkt ins Untergeschoss führt. «Dann müssen die Kunden nicht mehr den Umweg über das obere Parkdeck nehmen.»

Fotos aus früherer Zeit

Jetzt, wo das 38 Meter hohe Hochhaus abgebrochen ist, ist der Blick auf die Shed-Halle der ehemaligen Lanco-Fabrik freigelegt. Die Identifikation mit dem alten Industriestandort ist der Migros wichtig. So übernimmt die Holzkonstruktion über dem Parkdeck die Architektur der Fabrikhalle. Und nach Abschluss aller Bauarbeiten sollen in einer kleinen Ausstellung Fotos des Geländes aus früherer Zeit gezeigt werden. «Damit die Kunden wissen: So hat es hier ausgesehen, bevor das Ladedorf kam», sagt Bielser.

Doch noch lieber als in die Vergangenheit blickt der vife Manager, der unter anderem auch die Migros-Center in Brügg, Lyss und Lenzburg leitet, in die Zukunft: Familienparking direkt vor dem Eingang, XXL-Parkplätze für XXL-Autos, damit der Lack des Nachbarn nicht zerkratzt wird, eine noch hellere und grosszügigere «Mall»; Massnahmen, die für noch mehr Kundenzufriedenheit sorgen sollen.

Verständnis für Parkgebühren

Auf Verständnis der Kunden hofft man in der Migros zudem, wenn bald wieder Parkgebühren erhoben werden. Verflogen ist dafür der Ärger bald bei den direkten Anwohnern, wenn der Baulärm und der Mehrverkehr ein Ende haben.

Auf der frei gewordenen Fläche, dort, wo seit 1955 das Hochhaus stand, werden künftig Anlässe stattfinden. Der Keller wird teilweise zugeschüttet, auf dem neuen Platz können dann auch Zelte aufgestellt werden, zum Beispiel für einen Weihnachtsmarkt. «Das ist garantiert keine verlorene Fläche, im Gegenteil», sagt Bielser.

Nutzung der Fläche ist geregelt

Damit ist die Nutzung der Fläche geregelt, nachdem dieser Punkt im Planungsverfahren lange offenblieb und im Gemeinderat für Unmut gesorgt hatte. Trotzdem: Das Verhältnis zur Gemeinde sei während der Umbauphase stets ein gutes gewesen, betont Bielser.

Der Abbruch des Hochhauses, mit dem am 26. April begonnen wurde, verlief übrigens ohne Zwischenfälle. Weil das «Ladedorf» stets geöffnet war, kam eine Sprengung nicht in Frage. Stattdessen wurde das Gebäude eingepackt, damit keine Teile herunterfallen konnten. Für eine Verzögerung von einigen Wochen sorgte der Fund von Spannseilen, die in die Wände einbetoniert waren. Deshalb wurde das Hochhaus quasi von oben nach unten «zersägt» und die tonnenschweren Brocken dann mit dem Kran herausgehoben. Insgesamt hat die Migros für den Umbau 72 Millionen Franken budgetiert.