Die Eltern werden bei ihrer Ausreise einen stattlichen Schuldenberg hinterlassen: Mehr als 150 Verlustscheine im Betrag von insgesamt Fr. 230273.90 liegen gegen sie vor. Zugleich hat die Familie Sozialhilfe im Betrag von 238111.10 bezogen.

Schon zwei Landesverweise

Die Abhängigkeit von der Sozialhilfe war aber nur ein Grund dafür, dass der Kanton die Aufenthaltsbewilligungen nicht verlängert und die Wegweisung angeordnet hat. Das Ehepaar kam in den letzten 13 Jahren mehr als 17 Mal mit dem Strafgesetz in Konflikt und wurde bestraft. Der heute 33-jährige Familienvater lebt seit 17 Jahren in der Schweiz. Als 20-Jähriger wurde er das erste Mal verurteilt; bis 2009 folgten mehr als zehn Schuldsprüche, die ein Total an Freiheitsstrafen von über 22 Monaten ergeben. Im Februar 2011 wurde er letztmals (wegen Drohung) zu einer Geldstrafe verurteilt. Bereits zweimal (2000 und 2003) hat ein Gericht gegen den Serben die Landesverweisung ausgesprochen – allerdings wurde der Vollzug jeweils aufgeschoben.

Auch seine 37-jährige Ehefrau blieb nicht «untätig»: Gegen sie ergingen allein im Jahr 2008 sechs Strafverfügungen wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz.

Am 16. Februar 2011 lehnte das Departement des Innern das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen des Ehepaars und ihrer zwei- bis neunjährigen Kinder ab. Zugleich wurde die Wegweisung verfügt. Dagegen erhob die Familie Beschwerde beim Verwaltungsgericht – ohne Erfolg. Sie zog das Urteil ans Bundesgericht weiter.

Familienvater war plötzlich schwul

Dieses trat nun aber nicht einmal auf die Beschwerde ein. Es gebe kein Recht auf eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, so die Richter. Auch bezüglich der Wegweisung sehen sie keine schwere Grundrechtsverletzung. Der Familienvater machte gegenüber dem Bundesgericht geltend, dass er homosexuell sei und in Serbien diskriminiert werden würde. Vor dem Verwaltungsgericht hatte der Serbe dieses Argument aber nicht vorgebracht, weshalb das Bundesgericht diese neue Behauptung in seinem Urteil nicht berücksichtigte.

Die zuständigen Ämter beim Kanton gaben auf Anfrage keine weiteren Details zum Fall bekannt.