Biberist
Musikgesellschaft Harmonie freut sich über neue Uniform

Die Musikgesellschaft Harmonie hatte einen glanzvollen Auftritt in der Culturarena Biberist. Der Wiener Gala-Abend begeisterte rundum. Die Harmonie zeigte sich erstmals in neuen, eleganten, scharzen Uniformen.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Harmonie begeisterte das Publikum in der Culturarena.

Die Harmonie begeisterte das Publikum in der Culturarena.

Hansjörg Sahli

Was passt besser zum genüsslichen Einstimmen auf den «Gala-Abend in Wien» als eben Wiener Schnitzel? Echt wienerische Atmosphäre – verbindliche Freundlichkeit und Gemütlichkeit – bestimmt denn auch den Auftakt in der Culturarena. Unterstützt wird Atmosphäre musikalisch hervorragend von der Windband und den Swingin’ Kids. «Dass wir so viele Sympathien haben, wussten wir eigentlich nicht», meint Präsidentin Susanne Mollica und bedankt sich für das enorme Echo auf den Aufruf um einen finanziellen Beitrag zur Neuuniformierung.

Unbestritten macht die Harmonie im ersten Konzertteil auch im 40-jährigen roten Veston eine gute Figur. Meisterhaft und gefühlvoll gelingt ihr unter der Direktion von Heinz Schoenenberger die Interpretation der Wiener Musik. Die so typischen, romantischen und temperamentvollen Melodien der grossen Komponisten des 19. Jahrhunderts, Josef Strauss, Johann Strauss (Sohn), Carl Michael Ziehrer und Johann Schrammel, eroberten damals die Welt und nicht weniger das Publikum in der Culturarena.

Hommage an die alte Uniform

Jeder Musiktitel erinnert emotional an Ereignisse mit der alten Uniform. Etwa die fröhliche Polka «Feuerfest» oder die sanften, lieblichen bis kraftvollen Walzermelodien in «Rosen aus dem Süden». Im Stück «Nachtschwärmer» bezieht sich Nathalie Schärer Roth, die unbeschwert durchs Programm begleitet, auf das Vereinsleben nach den Proben. Die Harmonie fragt sich denn auch singend: «Freunderl, was denkst du denn, woll’n wir nach Hause geh’n?». Mit dem lebhaften musikalischen Gewitter «Unter Donner und Blitz», rasant und donnergrollend gespielt, verabschiedet sich die Harmonie in Rot.

Mäuschenstill ist es im Saal, als sich die Tambouren im zweiten Konzertteil vor der Bühne bereitstellen. Der Einmarsch der Musikantinnen und Musikanten durch den dunklen Saal zum getrommelten Ordonnanzmarsch lässt in prickelnder Erwartung Gänsehaut erzeugen. Dann endlich der Lichtkegel, der die Harmonie unter Riesenapplaus des Publikums in eleganter, ästhetischer, schwarzer Konzertuniform mit weissem Hemd und roter Fliege zeigt. Stehend spielt sie den wohl bedeutendsten Marsch von Johann Schrammel «Wien bleibt Wien».

Walzerklänge lassen träumen

Zwei Arbeitsgruppen engagierten sich im Vorfeld für das neue Outfit. Die Sponsorengruppe unter der Leitung von Ehrenpräsident Anton Iff suchte beharrlich charmant nach viel Geld. Die Uniformengruppe liess sichtlich ihr Flair fürs Schöne walten.

Mit «Freut euch des Lebens» spielt die Harmonie, passend und ebenso künstlerisch wiedergegeben, einen Walzer, der in die Räume des Schlosses Schönbrunn verführt und in Gedanken mühelos schwebende Schritte und Höhenflüge vollbringen lässt. Nicht weniger begeistern die eigenwilligen «Sphärenklänge», die «Tritsch-Tratsch-Polka» mit der Fülle von originellen Läufen und Verzierungen, die schnelle Polka «Auf der Jagd» sowie das von Studentenliedern gefärbte «Auf Ferienreise».

Euphorisch applaudiert das Publikum, als Meister Schoenenberger mit seiner Harmonie – echt wienerisch – als Zugabe den «Donauwalzer» und den «Radetzky-Marsch» aufspielt.