Kyburg-Buchegg
Multimillionär investiert ins «Bedli» in Kyburg-Buchegg

Dem leerstehenden Gasthof Bad wird neues Leben eingehaucht. Der neue Besitzer Rudolf Schnorf will den Restaurant- und Hotelbetrieb wieder aufnehmen - und sogar erweitern.

christof ramser
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Das Bad Kyburg soll Ausflügler wie auch Einheimische anziehen. (Foto: Urs Lindt)

Das Bad Kyburg soll Ausflügler wie auch Einheimische anziehen. (Foto: Urs Lindt)

Solothurner Zeitung

Seit Dienstag ist es amtlich, wie ein Blick ins Handelsregister zeigt: Rudolf Schnorf, Betreiber von Golf Limpachtal, hat den traditionsreichen Gasthof Bad in Kyburg-Buchegg gekauft. Der frühere Gemeindepräsident von Aetingen, der seine Wohngemeinde vor über zwei Jahren unfreiwillig verlassen musste, baut sein Engagement am Fusse des Bucheggbergs also aus. Zur Erinnerung: Anfang 2009 wurde der Multimillionär von Gemeindebehörden aufgefordert, seine Schriften abzuholen, weil er seinen Lebensmittelpunkt nach Bern verlegt hatte.

Der nahegelegene Golfplatz sei der Hauptgrund für die Investition. Der Golfbetrieb floriere und das Restaurant Limpachs sei ein wirtschaftlicher Erfolg, sagt Geschäftsführer André Glauser. Weil es ausser im «Kreuz» in Mühledorf in der Nähe keine Hotelbetten gibt, müssen Gäste immer öfter nach Solothurn ausweichen. «Wir spüren permanent, dass es im Bucheggberg zu wenig Betten hat», sagt Schnorf. «Viele Gäste sind aber auf Zimmer in der Nähe angewiesen.» Deshalb will er den Hotelbetrieb im «Bad» nicht nur wieder aufnehmen, sondern auch erweitern.

Dachstock ausbauen

Zu den vorhandenen, auf den neusten Stand gebrachten sieben Zimmern sollen weitere sieben hinzukommen. Dazu will der neue Besitzer den Dachstock des stattlichen Landgasthofs ausbauen. Doch auch das Restaurant, das derzeit Platz für 60 Personen bietet, ist Rudolf Schnorf ein Anliegen. Es könne doch nicht sein, dass ein so schönes und gut gelegenes Gasthaus einfach brachliege. Er glaubt, dass trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds für Gastronomiebetriebe im Bucheggberg das Bedürfnis nach einem weiteren Restaurant vorhanden sei. Denn die Region sei sowohl für Ausflügler als auch für Einheimische auf eine lebendige Gastro-Szene angewiesen. In den nächsten Monaten wird ein neues Betriebskonzept ausgearbeitet und das Haus renoviert. Bereits hat Schnorf einen Architekten engagiert und die Gemeinde informiert.

Noch kann der neue Besitzer keine konkreten Angaben zum neuen Konzept machen, doch soviel sei verraten: «Es wird kein Restaurant im klassischen Sinne» – und schon gar keine Kopie des «Limpach». Weniger festlich also, und auch preislich auf einem tieferen Niveau angesiedelt. Deshalb sei die Nähe zu seinem Betrieb in Aetingen kein Nachteil. Rudolf Schnorf gibt sich zuversichtlich: «Wir haben Ideen, die der ländlichen Kundschaft Freude bereiten werden.» Die Wiedereröffnung ist auf Frühling 2012 angesetzt.

Haus mit reicher Tradition

Seit Herbst 2010 stand der stattliche Gasthof leer. Besitzer Bruno Kammermann hatte den Pachtvertrag mit Urs Leuenberger damals nicht verlängert, der Pächter musste den Hut nehmen. Er habe Leuenberger alle Chancen gegeben, und trotzdem sei er enttäuscht worden, sagt Kammermann heute. In der Zwischenzeit seien zahlreiche Investoren am Betrieb interessiert gewesen, doch Rudolf Schnorfs Ideen hätten ihn schliesslich am meisten überzeugt. «Ich bin froh, dass der Betrieb nun weiter bestehen kann», sagt Kammermann. Den Kaufpreis geben weder der alte noch der neue Besitzer bekannt.

Das Traditionshaus «Bad» mit der wechselvollen Geschichte wurde 1851 von Jakob Stuber erbaut. Doch bereits 1641 wurde erstmals von einem Bade im Weiler unter dem Schloss Buchegg berichtet. Seit 1905 wirkte die Familie Ingold, ursprünglich aus Lüterkofen, im «Bedli», und bis vor gut 50 Jahren blühte dort der Bädertourismus – Kuraufenthalter aus der ganzen Schweiz vertrauten auf die heilsamen Kräfte des Wassers im «Chipperg».